Demenz verstehen: Volkshochschule Lichtenberg startet neue Reihe

Helfen erleichtern

22.02.2018, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Lichtenberg. Die Menschen werden immer älter – damit steigt auch die Anzahl der Krankheiten. Besonders Demenz tritt immer häufiger auf. In Lichtenberg sind nach Schätzungen rund 4.000 Menschen von einer Demenz betroffen. Die Volkshochschule (VHS) Lichtenberg startet deshalb am 7. März eine neue Reihe mit dem Themenschwerpunkt Demenz. Diese wurde gemeinsam mit der bezirklichen Leitstelle Demenzfreundliche Kommune Lichtenberg und zahlreichen Experten konzipiert und richtet sich vor allem an pflegende Angehörige. Aber auch alle anderen Interessenten sind willkommen, sagt VHS-Leiter Matthias Hartung.

Informationen, Beratung, Exkursionen

Die Veranstaltungen unter dem Motto „Demenz verstehen – Helfen erleichtern“ finden in der VHS, Paul-Junius-Straße 71, an 19 Terminen in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr statt. Von März bis Oktober werden in sechs sogenannten Modulen folgende Schwerpunkte behandelt: Informationen über die Erkrankung; Umgang mit Menschen mit Demenz; Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastungsangebote für pflegende Angehörige; Rechtliche Aspekte und Möglichkeiten der Begleitung am Lebensende. Dabei werden wissenschaftliche Informationen zum Krankheitsbild mit individueller Beratung verbunden. Zudem gibt es Exkursionen in verschiedene Versorgungseinrichtungen und dort Experteninterviews, zum Beispiel ins Evangelische Krankenhaus Königin-Elisabeth Herzberge. Die Teilnahme ist kostenlos, es kann die ganze Reihe besucht werden oder auch nur einzelne Kursstunden. Um Anmeldung wird gebeten, Kurzentschlossene können jedoch auch ohne direkt zum Kurs in die VHS kommen.

2030 ist jeder vierte Lichtenberger über 65

Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) hebt hervor: „Im Jahr 2030 wird jeder vierte Mensch in Lichtenberg älter als 65 Jahre sein. Infolgedessen wird das Thema Demenz im öffentlichen Raum und der Gesellschaft noch viel stärker präsent sein als heute. Im Bezirk existieren bereits zahlreiche Betreuungs- und Informationsangebote für Angehörige und Betroffene, die weiter ausgebaut werden. Die VHS-Reihe verstehen wir deshalb als notwendige und wichtige Erweiterung.“

Leitstelle Demenzfreundliche Kommune

Bereits vor zwei Jahren wurde im Bezirk eine Leitstelle Demenzfreundliche Kommune unter Trägerschaft der Volkssolidarität geschaffen. In dieser Form ist Lichtenberg der einzige Berliner Bezirk, der eine solche Einrichtung hat. Die Leitstelle, geführt von Projektkoordinatorin Jennifer Hitzek, kümmert sich darum, ein ganzheitliches Demenzkonzept zu entwickeln und umzusetzen. Dazu gehört auch, verschiedene Akteure und Aktivitäten zusammenzuführen. Auf einer Internetseite gibt es Informationen zum Krankheitsbild für Betroffene und Angehörige, Hinweise zu Beratungen und Veranstaltungen sowie einen Überblick zu Projekten.

Mehr Frauen als Männer betroffen

Deutschlandweit sind von Demenz, einer Erkrankung des Gehirns, 1,6 Millionen Menschen betroffen, in Berlin schätzungsweise 56.000 Menschen. Im Verhältnis 3:2 trifft die Krankheit häufiger Frauen als Männer. Während nur knapp 1 Prozent der 60-64-Jährigen unter Demenz leiden, sind 30 Prozent der 90- bis 94-Jährigen betroffen.

Das gesamte Programm der Reihe ist auf der Internetseite der VHS zu finden. Telefonisch ist die Volkshochschule Lichtenberg unter der Nummer 9 02 96 59 71 zu erreichen. Während des Kurses kann die Betreuung eines dementen Angehörigen durch geschulte Ehrenamtliche übernommen werden (Anmeldung 2 Wochen vor Seminartermin erforderlich, Kosten 10 Euro Stunde. Bei Anspruch auf Entlastungsbetrag der Pflegekasse fallen keine Kosten an.)

 

 

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