Lichtenberger Jahreskalender 2018:

Grüne Oasen, bedrohte Artenvielfalt

30.11.2017, Marcel Gäding

Das Januar-Motiv: Innenhof in der Goeckestraße. Zeichnung: Katharina Albrecht/ Repro M. Gäding

Lichtenberg. Die Bewohner rund um die Passower und Wartiner Straße in Neu-Hohenschönhausen leben nah an der Natur: Vom Fenster aus blicken sie in einen grünen Innenhof und können dort Amseln, Haussperlingen oder Blaumeisen beim Nestbau zuschauen. Keine Frage: Der Innenhof ist eine kleine Oase mitten in der Großstadt – und eines von zwölf Motiven des neuen Lichtenberger Jahreskalenders 2018. Die Farbzeichnungen stammen von der Schülerin Katharina Albrecht, die den grünen Orten im Bezirk damit auch ein kleines künstlerisches Denkmal setzt. Ganz bewusst hat sich das Umweltbüro Lichtenberg entschieden, Innenhöfe zu verewigen – gelten sie doch angesichts fehlender Flächen für neue Wohnhäuser als bedrohte Oasen.

„In Lichtenberg trifft man auf vielfältige Formen und Größen von Höfen“, schreibt Umweltstadtrat Wilfried Nünthel (CDU) im Vorwort des Lichtenberger Jahreskalenders 2018. „Sie alle sorgen mit ihren Pflanzenbeständen, Wiesen-, Sand und Wasserflächen für den Erhalt der Artenvielfalt in der Stadt und erhöhen gleichzeitig die Wohnqualität für den Menschen.“ Diese Artenvielfalt ist allerdings bedroht, räumt Nünthel ein. „Und doch können nicht alle Höfe in Lichtenberg in ihrer Ausprägung erhalten bleiben.“

Stadtrat: nicht jede Freifläche bebauen!

Wie berichtet, gibt es quer durch den Bezirk Pläne, grüne Innenhöfe mit Wohnhäusern zu bebauen. Der Bedarf ist groß, denn die Zahl der Lichtenberger steigt von Jahr zu Jahr um mehrere Tausend. Während in der Paul-Junius-Straße bereits die Arbeiten für ein neues Wohnprojekt begonnen haben, regt sich sowohl in Karlshorst (Ilsekiez) als auch in Neu-Hohenschönhausen (Ostseeviertel) Widerstand gegen die Vorhaben insbesondere landeseigener Wohnungsunternehmen. „Die Gefahr ist groß, dass grüne Orte verloren gehen“, warnt Doreen Hantuschke, die Leiterin des Lichtenberger Umweltbüros. Bezirksstadtrat Wilfried Nünthel sagt, dass die sogenannte Verdichtung der Höfe keine nachhaltige Lösung darstellt: „Es ist wichtig, den Freiraum für die bisherigen Bewohner zu bewahren und nicht jede Fläche zu bebauen.“

Erschienen ist der Jahreskalender mit dem Titel „Oasen in der Großstadt – Höfe als Orte der Biodiversität“ in einer Auflage von 3.000 Exemplaren, die so gut wie restlos vergriffen sind. Der Grund sind nicht nur die wirklich sehenswerten Motive, sondern auch der Punkt, dass der Kalender im Format DIN A3 kostenlos an Interessierte abgegeben wird.

Originalzeichnungen werden versteigert

Im Rahmen des Lichtermarktes, der am Sonntag (3. Dezember) rund um das Rathaus in der Möllendorffstraße stattfindet, werden übrigens die Originalzeichnungen der zwölf Motive versteigert. Die Auktion startet um 14.30 Uhr. Mit den Einnahmen sollen Innenhöfe mit zusätzlichen Nisthilfen für Vögel und Fledermäuse finanziert werden.

Wir verlosen drei Jahreskalender!

Bezirks-Journal und LiMa+ verlosen zudem die letzten drei Exemplare des Kalenders. Senden Sie uns bis zum 15. Dezember eine E-Mail an gewinnspiel@bezirks-journal.de Die Gewinner können sich ihren Kalender dann direkt im Umweltbüro Lichtenberg, Passower Straße 35, 13057 Berlin abholen.

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