Bundesweit erstes länderübergreifendes Regionalmanagement gestartet

Grenzen überwinden

11.02.2016, Birgitt Eltzel

Foto: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf/Märkisch-Oderland/Ahrensfelde. Wenn Grenzen nicht mehr trennen, startet man gemeinsam durch: Am Donnerstag, 11. Februar, ging bei einer festlichen Veranstaltung in Strausberg offiziell das bundesweit erste länderübergreifende Regionalmanagement in Betrieb. Künftig werden der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, der Landkreis Märkisch-Oderland und die zum Landkreis Barnim gehörende Gemeinde Ahrensfelde eine gemeinsame Wirtschaftsförderung betreiben. Das Projekt unter dem ziemlich sperrigen Namen „Zusammenarbeit und Wirtschaftsförderung zwischen dem Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf (MH), dem Landkreis Märkisch-Oderland (MOL) und der Gemeinde Ahrensfelde“ ist bisher auf drei Jahre angelegt. Es wird mit insgesamt 750.000 Euro gefördert, davon kommen 560.000 Euro von der Senatswirtschaftsverwaltung aus dem Programm Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). Den Rest zahlen die Teilnehmer, also der Bezirk und die Städte und Gemeinden aus dem Umland, als Eigenanteil dazu.

Fließende Übergänge
Das wird sich für alle lohnen, ist sich Marzahn-Hellersdorfs Wirtschafts- und Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU) sicher, auf dessen Initiative das Projekt maßgeblich zurückgeht. Denn sowohl der Berliner Bezirk als auch die angrenzenden Gemeinden und Städte sind bereits heute eine Wirtschaftsregion, die Übergänge von der Hauptstadt ins Umland sind fließend. „Wenn man auf dem U-Bahnhof Hönow in der Eingangshalle steht, ist man in Berlin. Tritt man nur einen Schritt vor den Bahnhof, hat man bereits Brandenburg erreicht“, illustriert er die räumliche Nähe. Doch diese existiert nicht nur territorial: Denn sowohl der Berliner Bezirk als auch das Umland verzeichnen derzeit ein und dieselbe Entwicklung – ein beschleunigtes Bevölkerungswachstum. Das bringt viele Chancen, aber auch gemeinsam zu lösende Probleme wie die Entwicklung der notwendigen Infrastruktur. Darunter ist beispielsweise der erforderliche Bau oder Ausbau von Straßen und Radwegen, nicht zuletzt wegen der zunehmenden Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitpendler.

Stark vernetzte Region
Schwerpunkte der Zusammenarbeit sollen die gemeinsame Entwicklung der Wirtschaft und des Tourismus, der Ausbau von Energieeffizienz und erneuerbarer Energien sowie die Elektromobililtät sein, erklärte Staatssekretär Henner Bunde aus der Wirtschaftsverwaltung. Nach seinen Worten gibt es in der Hauptstadt bereits acht erfolgreich arbeitende Regionalmanagements. „Das neunte ist nun sogar länderübergreifend, weil es sich in einer bereits stark vernetzten Region befindet.“

„Gartennachbarn“ zur IGA Berlin 2017
Um Netzwerke, die geschaffen, gepflegt und ausgebaut werden sollen, wird es dem Regionalmanagement besonders gehen – zwischen Unternehmen und Verbänden, ebenso in der Tourismusbranche. So werden beispielsweise auch Umlandgemeinden in Vorbereitung der internationalen Gartenausstellung (IGA) 2017 Berlin aktiv. Sie haben in der Aktion „Gartennachbarn“ konkrete Projekte vor – in jedem Ort wird es spezielle Veranstaltungen und Programme geben. „Wir wollen den Gästen unsere Gemeinden und die Besonderheiten vorstellen, auch noch nach 2017“, sagte Jürgen Henze, der Bürgermeister von Neuenhagen. In seinem Ort entsteht gerade ein Geschichtspark, Hoppegarten hat die bekannte Rennbahn. Und Rüdersdorf ist für seinen Kalk und Zement bekannt – aus dem einst auch die Wohnhäuser von Marzahn-Hellersdorf entstanden.

Einheitliche Marke
Gedacht ist auch an eine einheitliche Marke, unter der die Region gemeinsam vermarktet wird. Noch steht diese nicht fest, man darf also gespannt sein. Auch darauf, ob noch weitere Projektpartner wie beispielsweise der Bezirk Lichtenberg dazu stoßen, der (mit Hohenschönhausen) sowohl an Marzahn-Hellersdorf als auch an das Brandenburger Umland grenzt. Dass das Boot noch keinesfalls voll ist, machte Jochen Brückmann von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin deutlich: „Das ist ein Kern, der wachsen kann.“

Das Regionalmanagement, dessen dreiköpfiges Team von Kerstin Karrasch geleitet wird, früher Managerin bei einem großen Berliner Wohnungsunternehmen, ist bereits seit dem 1. Januar 2016 tätig. Es ist bei der Wirtschaftsförderung Marzahn-Hellersdorf angesiedelt, hat aber seinen Sitz im Strausberger Technologie- und Innovations-Centurm (STIC), Garzauer Chaussee 1a, Tel. 03341/33 51 66. E-Mail: regionalmanagement@web.de

 

 

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