Erzieherin veröffentlicht erstes Kinderbuch

Geschichten für kleine Leute

21.07.2017, Marcel Gäding

Elisa Carow (links) war vom Kinderbuch, das Stefanie Nowack geschrieben hat, gleich begeistert. Zum Helden gibt es auch eine Plüschfigur. Selbst gebastelt, versteht sich. Foto: Marcel Gäding

Der Held in Stefanie Nowacks Buch hat einen ungewöhnlichen Namen. Pibolori heißt er, kämpft mit so manchem Hindernis im Leben und stößt als kleiner Mann immer wieder an seine Grenzen. In der Realität heißt Pibolori Leonardo Leandro, ist fünf Jahre alt und lieferte die Vorlage für das erste Kinderbuch der Integrationserzieherin aus Wartenberg, das jetzt im Carow Verlag erschienen ist.

Dass Stefanie Nowack mal unter die Kinderbuchautorinnen gehen wird, verdankt sie einem Zufall und ihrem Mann André Wilke. Ende vergangenen Jahres hatte sie aus Neugier heraus die „BuchBerlin“ besucht – die drittgrößte Buchmesse Deutschlands. Dort entdeckte sie den Stand von Elisa Carow, die ebenfalls Mutter eines fast gleichaltrigen Kindes ist und im brandenburgischen Müncheberg einen Verlag betreibt. „Als ich die Beiden mit ihren Kindern sah, dachte ich: Das ist ja eine reizende Familie, hoffentlich kaufen die bei mir was“, erinnert sich Elisa Carow. Doch dann kam es anders: Überzeugt vom Werk seiner Frau, holte Stefanie Nowacks Mann André ihr Büchlein „Pibolori – kleiner großer Mann“ aus der Tasche, komplett fertig und laminiert. Schnell kamen der junge Vater und die Verlegerin ins Gespräch. Kurze Zeit später nahm Elisa Carow Stefanie Nowack unter Vertrag. „Es ist schon ein großes Glück, wenn Autoren nicht nur Manuskripte liefern, sondern auch schon die passenden Illustrationen fertig haben“, sagt Elisa Carow. Denn das Malen und Zeichnen ist die zweite Leidenschaft von Autorin Stefanie Nowack. Letzlich überzeugte die Verlegerin auch die Geschichte vom kleinen Mann, der allen helfen will und immer wieder mit Hürden konfrontiert wird. Das kennt sie vom eigenen Sohnemann.

Erst ein Roman, jetzt ein Kinderbuch

Mit dem Schreiben hat Stefanie Nowack schon lange Erfahrungen. Seit sie 7 ist, führt sie Tagebuch. Voriges Jahr entschloss sie sich, ihren ersten 260 Seiten starken Roman „You will never know – gefährlicher Sommer“ in Eigenregie auf den Markt zu bringen. „Darin geht es um Liebe und Herzschmerz“, sagt Nowack. Und nun das erste Kinderbuch. „Ich schreibe leidenschaftlich gerne“, sagt die 27-Jährige. Als sie schließlich ihre Ausbildung zur Erzieherin begann, entschied sie sich, ihr Hobby voranzutreiben. Ein Ergebnis ist die Geschichte von Pibolori: 30 reich bebilderte Seiten mit kurzen, auch für Kinder gut lesbaren Texten.

Nun ist es nicht so, dass die Verlage geradezu auf Stefanie Nowack gewartet haben. „Jedes Jahr kommen 9.000 neue Kinderbücher auf den Markt“, sagt Verlegerin Elisa Carow. Gerade deshalb will sie Autoren eine Plattform bieten, die womöglich bei anderen großen Verlagshäusern nicht mal den Ansatz einer Chance erhalten, ihre Werke vorzustellen, geschweige denn dort zu veröffentlichen. Ist sie von einem Thema überzeugt, erhalten ihre Autoren volle Unterstützung inklusive eines Vertrages und eines Honorars. Und so ein kleines Vorlesebuch fehlte im Portfolio von Elisa Carow noch. Der Stoff hat sie schnell gefesselt. „Schließlich ist doch jeder von uns ein bisschen Pibolori“, sagt die junge Frau, die aus ihrer autistischen Erkrankung keinen Hehl macht und persönlich auch so manches Hindernis im Leben zu bewältigen wusste. Im Fall des Kinderbuchhelden ging es darum zu zeigen, dass es nicht immer auf Größe ankommt.

Inzwischen hat Stefanie Nowack ihr zweites Kinderbuch fertig. Es ist ihrem jüngsten Sohn Fabiano gewidmet. „Der ist das komplette Gegenteil von Pibolori: ein mutiger und selbstbewusster kleiner Mann, der wie ein Flummi durch die Gegend springt“, verrät Stefanie Nowack.

Pibolori – kleiner großer Mann, ISBN: 9783944873084, erhältlich für 10 Euro im Buchhandel oder online unter pibolori.carow-verlag.de

 

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