IGA-Startergarten in KGA Am Kienberg zu vergeben

Garten sucht Gärtner

03.04.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Andreas Rinner (1-4), Birgitt Eltzel (5-6)

Biesdorf-Nord. Er hat sogar einen Preis bekommen – der IGA-Startergarten in der Kleingartenanlage (KGA) Am Kienberg. Diente die Parzelle während der Internationalen Gartenausstellung im vergangenen Jahr als Anschauungsmöglichkeit dazu, wie Kleingärten im 21. Jahrhundert aussehen können, ist bisher jedoch der große Run zur Nachnutzung ausgeblieben. Vielleicht, weil es außerhalb des organisierten Kleingartenwesens im Bezirk zu wenig bekannt ist, dass man sich nun um die etwas ungewöhnliche  Parzelle bewerben kann.

Sogar eine eigene Blumenwiese

Diese sieht tatsächlich anders aus als ihre Nachbarn. Das Grundstück ist mit rund 650 Quadratmetern größer als herkömmliche Kleingärten. Vor der Laube gibt es ein großes Rasenstück. Von einer Wiese, auf der im Sommer Gräser, Kräuter und Wildblumen wachsen, ist der Rasen durch ein geschwungenes Blumenbeet getrennt. Es gibt vier große, schon etwa 30 Jahre alte Obstbäume, dazu Beerensträucher. Auch etliche Hochbeete stehen auf dem Gartenland, in einer Ecke nahe dem Holzzaun wurde ein großes Gewächshaus aufgebaut. Und es ist auch Platz für einen Stall zur Kleintierhaltung oder eine Voliere.

Pächter sollen Kleintiere halten

Genau das könnte aber ein Problem für mögliche Interessenten sein. Denn die Parzelle soll von Menschen genutzt werden, die Kleintiere halten. Schließlich befindet sie sich in einem Gebiet der KGA, das bei deren Anlage vor 35 Jahren speziell für Kleintierzüchter des VKSK vorgesehen war. Die Kleintierzucht auf den 22 Parzellen hat Bestandsschutz. Dieser entfällt bei anderweitiger Nutzung, denn anders als in der DDR sieht das Bundeskleingartengesetz keine Kleintierhaltung vor. Genauso wenig wie Lauben, die größer als 24 Quadratmeter sind. Das in mehrere separate Abteilungen unterteilte Häuschen im Starter-Garten ist etwa 46 Quadratmeter groß. „Deshalb kann der Garten auch nur von mehreren Parteien, vielleicht zwei bis drei Familien, gepachtet werden“, sagt Burkhard Träder, der ehrenamtliche Vorsitzende der Kleingartenanlage Am Kienberg.

Bewirtschaftung nicht besonders arbeitsintensiv

Auch die Kleintierhaltung sei ein Muss, sagt Träder. Die Nutzer könnten jedoch frei entscheiden, welche Tiere im Startergarten gehalten werden: „Es können zum Beispiel Kaninchen sein oder Geflügel, aber auch Sittiche.“ Für eine Hunde- oder Katzenzucht gebe es allerdings keine Genehmigung. „Auch ein Stubenkaninchen, das morgens mitgebracht und abends wieder mit nach Hause genommen wird, zählt nicht.“ Träder weist auf die besonders ökologische Gestaltung des Gartens mit Regenwassernutzung hin – und auf einen weiteren großen Vorteil: „Die Bewirtschaftung ist nicht besonders arbeitsintensiv.“ Denn die Drittel-Regelung des Bundeskleingartengesetzes – mindestens ein Drittel einer Parzelle muss kleingärtnerisch durch den Anbau von Obst und Gemüse genutzt werden – sei schon durch die Hochbeete, Beerensträucher und die großen Bäume erfüllt.

Inventar muss übernommen werden

Rund 14.000 Euro teuer sind die Einrichtungen, also Laube, Gewächshaus u.ä., die sich auf der Parzelle befinden. Die eventuellen Pächter sollen diese übernehmen. Dass sie, wie einst angedacht, die Summe über die Pacht bezahlen, ist nicht möglich. „Das wäre eine zu hohe monatliche Pacht“, sagt Burkhard Träder. Er sagt, dass die IGA Berlin GmbH allein für das Gartenhaus (in dem es übrigens teilweise Mobiliar und natürlich ordentliche Anschlüsse für fließendes Wasser gibt) 8.000 Euro vom Kleingartenverband als Ablösesumme verlangt und dieser ebenfalls noch 6.000 Euro für eigene Aufwendungen refinanzieren muss. So soll nun auch der Startergarten auf die gleiche Weise verpachtet werden wie eine ganz normale Parzelle. Dort muss ein Neupächter auch das Inventar, zu dem übrigens auch Bäume und Pflanzen gehören, zu einem von einem geprüften Sachverständigen ermittelten Preis übernehmen.

Pächter können auch aus anderen Bezirken kommen

Der Startergarten entstand nach dem Entwurf von Alexander Roscher und Eva Lange. Im 21. Förderwettbewerb der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. (DGGL) erhielt er den 1. Preis. Die leerstehende Parzelle mit einigen alten Obstbäumen wurde nach den Ideen der jungen Berliner Landschaftsarchitekten durch die IGA gestaltet.

Interessenten für die Pacht der Parzelle können auch aus anderen Berliner Bezirken kommen und sich an den Bezirksverband Marzahn der Gartenfreunde e.V. wenden, Boizenburger Straße 52-54, 12619 Berlin, Tel. 030-545 31 63. E-Mail: info@kleingarten-marzahn.de

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden