Brücke vom Eastgate soll verlängert werden

Für 27 Meter Brücke – 12 Jahre

30.09.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Marzahn. Spätestens seitdem das Eastgate am Marzahner Tor 2005 eröffnet wurde, gibt es auch schon Pläne, die rot verkleidete Fußgängerbrücke über die Märkische Allee, die vom Einkaufszentrum rund 100 Meter bis zu den Bahnsteigen des S-Bahnhofs Marzahn führt, weiter zu verlängern bis zum Wiesenburger Weg. Denn wer dort zum Marzahner Parkfriedhof will und nicht motorisiert ist, der muss derzeit die südliche Brücke am Bahnhof benutzen. Gehbehinderte sind ganz schlecht dran, denn Fahrstühle gibt es hier nicht. Und selbst der sehr viel längere Weg über das Gelände des Gewerbeparks Georg Knorr zur Straßenbahn-Haltestelle auf der Landsberger Allee hilft nicht weiter, denn auch dort mangelt es an einem Fahrstuhl. Lange wurde über Zuständigkeiten und Finanzierungen gestritten. „…erste Verhandlungen mit der Bahn AG habe ich bereits in der Wahlperiode von 2002 bis 2006 als damals zuständige Wirtschaftsstadträtin geführt“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke).

2011 war Christian Gräff (CDU) Wirtschaftsstadtrat. Er hatte sich mit der Bahn AG geeinigt – der Weg für den Bau schien frei. Doch wieder passierte nichts. Es geht um ganze 27 Meter Brückenverlängerung und wenigstens eine Rampe für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Radfahrer – ein zusätzlicher Fahrstuhl wäre noch besser.

Bewegung gibt es schon…

Nun, sechs Jahre später, scheint tatsächlich Bewegung in die Sache zu kommen. 5,2 Millionen Euro soll der Bau der Verlängerung kosten, bezahlt aus dem Bund-Länder-Programm “Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur”. Denn selbstverständlich kann die dann barrierefreie Brücke nicht nur zum Friedhof, sondern auch zum Fußweg jenseits der Gleise Richtung Gewerbepark genutzt werden. Die Fördermöglichkeit ergibt sich insbesondere dann, wenn die südliche Brücke – die zwar nicht barrierefrei ist, aber von der S- und Straßenbahn den kürzesten Weg zu Georg Knorr bietet – abgerissen wird. Ursprünglich sollte auch diese marode Brücke durch einen neuen Brückensteg ersetzt werden.

Baukosten sind gestiegen

Der neue Teil der Eastgate-Brücke soll eine Beleuchtung erhalten, für Treppen und Rampe ist eine Überdachung vorgesehen. Und auf dem Wiesenburger Weg ist sogar noch ein Vorplatz geplant. Wenn etwas länger dauert, wird’s meist auch etwas teurer. Ursprünglich waren einmal gut zwei Millionen Euro für den Bau geplant. Aber dann gab es neue technische Anforderungen…

Jedenfalls sollte es nun wirklich am 1. September losgehen. Wie die LiMa+ Fotos vom 25. September zeigen, ist das jedoch mitnichten so. Lediglich an dem westlichen Gleisbett finden Arbeiten statt. Die Gleise wurden entfernt. Diese vorbereitenden Maßnahmen wollte die Bahn eigentlich bereits 2015 erledigt haben. Man darf gespannt sein, ob die Pläne von 2016 über eine Fertigstellung bis Ende 2017, eingehalten werden. Dann hätte das zwölfjährige Vorhaben ein erfolgreiches Ende.

 

 

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