Skaterhalle nutzbar bis Ende April

Freude über Halle für Skater

05.02.2018, Marcel Gäding

In der fast 1.500 Quadratmeter großen Halle haben es Skater trocken und warm. Fotos: Marcel Gäding

Marzahn. Große Freude beim Verein „we.roll.berlin“: Er darf bis Ende April ein leerstehendes Gebäude an der Premnitzer Straße 12 als Skaterhalle nutzen. Einen entsprechenden Vertrag haben das Bezirksamt und Vertreter des Vereins vergangene Woche unterschrieben. „Wir freuen uns sehr, dass die Halle diesen Winter zur Verfügung steht“, sagte die für Immobilienfragen zuständige Bezirksstadträtin Juliane Witt (Die Linke).

Zur Feier des Tages hatte Witt nicht nur eine Tüte voller Cola-Flaschen für die Kinder und Jugendlichen im Gepäck, sondern auch ein paar Rollerblades. Mit denen drehte sie einige Runden durch die Halle, in der einst einmal Textilien produziert werden sollte. Doch dazu kam es nicht, weil die Pläne mit dem Fall der Mauer 1989 zu den Akten gelegt wurden. Seither steht das Gebäude leer. Im Herbst vergangenen Jahres kam plötzlich „Leben in die Bude“: Skater und BMXer hatten die Halle besetzt – um ihrer Forderung nach einem Winterquartier Nachdruck zu verleihen (wir berichteten). Seit Jahren bemüht sich der Verein Gangway e.V. gemeinsam mit „we.roll.berlin“ beim Bezirk, eine überdachte und trockene Halle für die kalten Monate zur Verfügung gestellt zu bekommen. Die Immobilie in der Premnitzer Straße war lange im Gespräch, konnte aber aus mehrfacher Hinsicht nicht geöffnet werden. Zum einen ist eine dauerhafte sportliche Nutzung aus planerischer Sicht nicht zulässig. So steht es im Flächennutzungsplan. Denn die Halle befindet sich in einem Gewerbegebiet. Zum anderen fehlte es an Brandschutzvorkehrungen. Bezirk und Verein drehten sich im Kreis. Bis den Kindern und Jugendlichen die Geduld ausging.

Schnelle Lösung nach nur drei Monaten

Statt die Aktion mit Hilfe der Polizei zu beenden, setzten sich die Beteiligten an einen Tisch. Es wurden leerstehende Gebäude gesucht und geprüft. Am Ende einigte man sich darauf, dass der Bezirk die Halle in der Premnitzer Straße herrichtet. Gut 10.000 Euro wurden investiert, um unter anderem die nach dem Baurecht erforderlichen Brandschutzauflagen zu erfüllen. Bemerkenswert: Zwischen der Besetzung und dem Abschluss eines Nutzungsvertrages vergingen gerade einmal drei Monate. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Skater lediglich die Betriebskosten für 1.492 Quadratmeter Nutzfläche zahlen. Außerdem betonte Bezirksstadträtin Juliane Witt, dass es die Option gebe, die Halle auch zum Ende des Jahres wieder für die Skater zu öffnen. „Einer wiederholten Nutzung steht nichts im Wege“, erklärte sie.

Elvira Berndt, die Geschäftsführerin des auf Straßensozialarbeit spezialisierten Vereins Gangway, ist froh über die Entwicklung. „Die Komplexität der Verwaltung ist etwas, worin man ertrinken kann“, erklärte sie am Tag der Vertragsunterzeichnung. „Niemand von uns hätte gedacht, dass wir heute nun hier stehen.“ Auch Björn-Michael Ziemann von „we.roll.berlin“ war anfangs skeptisch, noch im derzeitigen Winter ein festes Dach über dem Kopf zu haben – vor allem, weil man immer wieder vom Bezirk und dem inzwischen ausgeschiedenen einstigen Bezirksstadtrat Stephan Richter (SPD) hingehalten wurde. „Dieses Mal aber hatten wir tatsächlich das Gefühl, eine richtige Partnerschaft zu erleben.“ Voll es Lobes ist der Vorsitzende der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung: „Es gab im Vorfeld ja viele Auseinandersetzungen“, sagte Bjoern Tielebein. „Umso schöner ist es, dass der Bezirk mit der Übergabe der Halle beweist, dass er diese Gruppe von Sportlern und Jugendlichen ernst nimmt.“

Einziger Haken an der Sache: Auf Dauer werden die Jugendlichen die Halle nicht nutzen dürfen – es sei denn, die rechtlichen Rahmenbedingungen werden geändert. „Daher kann es von uns nur eine zeitlich befristete Genehmigung geben“, sagt Frank Vettel, Leiter des bezirklichen Gebäudemanagements. Fürs Erste drehen die Kids ihre Runden aber erst einmal im Trockenen.

 

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