Zu Himmelfahrt beginnt das Biesdorfer Blütenfest

Festumzug und Classic Picknick

10.05.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel, (1-5) Birgitt Eltzel (6-14)

Biesdorf. Während einige Männer den sogenannten Herrentag gern klassisch verbringen – in der Natur mit viel Bier und Schnaps, nachfolgender Kater garantiert – , begehen inzwischen die meisten den Feiertag mit der ganzen Familie. Und manche sogar mit viel Kultur: Am heutigen Donnerstag, 10. Mai, wird im Schloss Biesdorf die Ausstellung „Ankommen“ eröffnet. Es ist die erste, die dort unter Regie des Bezirks entstand, wir berichteten.

Neue Ausstellung mit 21 Künstlern

Wir durften bereits einen Tag früher schauen und können sagen: Es lohnt sich! Allerdings sollte man Zeit mitbringen, um sich in die Arbeiten von 21 Künstlerinnen und Künstlern, die in Marzahn-Hellersdorf tätig waren oder es noch sind, zu vertiefen. Nicht alles erschließt sich dem Laien auf den ersten oder zweiten Blick. Es lohnt dann aber auch ein dritter oder sogar vierter. Spannend ist beispielsweise die Installation des Berliner Künstlers Maurice de Martin „Ein böser Geist“. De Martin setzt sich dabei mit Ereignissen rund um die „Pluralistische Beflaggung“ eines Kulturzentrums in Gera auseinander, die bei der Obrigkeit der ostthüringischen Stadt nicht gut ankam. Die Installation ist auch die Geschichte des Scheiterns an den Vorstellungen anderer, die nur die Schokoladenseiten ihrer Stadt präsentiert sehen wollten. Der Künstler hatte sich u.a. mit einem Demonstrationszug der rechtsextremistischen Partei 3. Weg in Gera auseinandergesetzt. Auf einem Monitor laufen Bilder des Aufmarschs in Endlosschleife, die (vorwiegend) Männer dort marschieren rückwärts. „Ein Sinnbild dafür, was heute überall in unserem Land geschieht“, sagt de Martin, der in Marzahn seit 2013 die Werktrilogie „Maurice ist da!“, „Temporäre Kunstakademie Marzahn“ und das „Unholdt-Forum“ (eine satirische Auseinandersetzung mit dem Humboldt-Forum in Berlins Stadtmitte) geschaffen hat.
Sehenswert ist ebenfalls die Sonderschau des Kunstarchivs Beeskow im 2. Stock des Hauses: Dort wird die Serie „Negativbilder“ des Malers und Grafikers Dieter Tucholke (1934-2001) zur preußischen Geschichte gezeigt. Die Bilder, eine experimentelle Kombination von Druckgrafik und Collagen-Technik, erschließen sich dem Betrachter vor allem durch die kurzen satirischen Texte, die der Künstler selbst dazu verfasste.

Am Sonnabend wird durch den Schlosspark gezogen

Mit dem Himmelfahrtstag wird das diesjährige Biesdorfer Blütenfest eröffnet. Das Event wird im Ortsteil seit dem Jahr 2000 wieder begangen. Es erinnert an die Zeit Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts, als Biesdorf noch ein bedeutendes Obstanbaugebiet war. Vier Tage lang, vom Vatertag bis zum Muttertag am Sonntag, 13. Mai, wird rund um das Schloss und im Schlosspark gefeiert. Höhepunkt ist ab 11 Uhr der traditionelle große Festumzug am Sonnabend, 12. Mai, mit anschließendem Aufziehen des Maibaums. Mit dabei sind die Blütenkönigin und historische Personen wie Freiherr Hans-Herrmann von Rüxleben und Anna-Pauline Griebenow, die vor 150 Jahren in Biesdorf Hochzeit hielten. Im Anschluss wird das Blütenprinzenpärchen gekrönt. Eineinhalb Jahrhunderte ist auch das Schloss selbst alt. Das Haus wird zwar vom Volksmund „Schloss“ genannt, war aber eigentlich nie eines, sondern eine Villa im spätklassizistischen Baustil, entworfen und realisiert vom Berliner Baumeister Heino Schmieden. Dieser wird geehrt, indem der große Saal im Gebäude bei einer Festveranstaltung am Freitag, 11. Mai, um 17 Uhr nach ihm benannt wird.

Alle Veranstaltungen gratis

Nicht nur im Schloss, sondern auch auf der Parkbühne, der Fest- und der Kinderwiese gibt es an allen vier Tagen Veranstaltungen – alle gratis. Stände sind auf dem südlichen Teil der Oberfeldstraße (S-Bahnhof bis Schulstraße) und der Nordpromenade aufgebaut. Stimmungsvoll wird das Classic Picknick am Sonnabend, 12. Mai, im Pleasure Ground vor dem Schloss. Dort tritt um 14.30 Uhr die Sängerin Michaela Mende auf, ab 15.30 Uhr die Deutsche Tanzcompanie. Auf der Parkbühne geht es dann ab 18 Uhr rockig und trotzdem klassisch weiter – mit Katrin Wettin & The Classic Sounds. Ab 20 Uhr bringen Kolophon Hardrock-Klassiker für Viola und Violine auf die Bühne, um 21.45 gibt es das große Finale mit der Interpretation des DDR-Klassikers “Am Fenster”.

Das gesamte Programm und einen Lageplan der Veranstaltungsorte finden Sie hier…

 

 

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