Zwei große neue Baustellen rund um den S-Bahnhof Karlshorst

Es wird eng an der Treskowallee

12.01.2018, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann (1-2), Bigitt Eltzel, (3-4), Volkmar Eltzel (5-7)

Karlshorst. Rund um den Bahnhof Karlshorst wird es in den kommenden Monaten sehr eng. Gleich vier große Baustellen der Bahn und der Berliner Wasserbetriebe sind angekündigt. Bei einer Einwohnerversammlung des Bürgervereins Karlshorst am Montag, 8. Januar, informierten die Wasserbetriebe und die Bahn AG detailliert über die Vorhaben.

Kilometerlange neue Wasserleitungen

Die Wasserbetriebe bauen in der Treskowallee mehrere Wasserleitungen neu. Und am Bahnhof werden drei Bauprojekte gleichzeitig erledigt – die alten Bahnsteige für die Regionalbahn werden abgerissen, der Tunnel zwischen der Stolzenfelsstraße und Am Carlsgarten wird neu gebaut und der S-Bahnsteig wird komplett saniert. Das bedeutet aber auch erhöhte Belastungen für die Treskowallee. Zum täglichen Dauerstau kommen noch die schweren Lkw, die den Bauschutt vom Bahnhof abfahren und die Fahrzeuge der Wasserbetriebe. Matthias Horth von der Senatsverkehrsverwaltung erklärte, dass das Planungsverfahren in den nächsten Tagen abgeschlossen wird. Dann werden die Dokumente auch im Bezirksamt Lichtenberg zur Einsicht ausgelegt.

24 Millionen Euro Investitionskosten

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) erneuern bereits seit dem 2. Januar unter der Brücke am Bahnhof Karlshorst rund 2,3 Kilometer Trink- und Abwasserdruckleitungen sowie Kanäle, oft in neuer Trasse. Zwischen der Dorotheastraße nördlich sowie dem Traberweg südlich des Bahnhofs werden in die ober- und unterirdische Infrastruktur insgesamt gut 24 Millionen Euro investiert und rund 17 Kilometer Leitungen aller Art von Wasser bis Strom erneuert oder verlegt. Mit rund 10 Millionen Euro schultern die Berliner Wasserbetriebe dabei den Löwenanteil. Das anspruchsvollste Vorhaben ist die Neuverlegung eines Regenwasserkanals mit zwei Meter Durchmesser und über 212 Meter Länge im platzsparenden halboffenen Vortrieb.

Fünf Monate lang einspurig

Seit dem 2. Januar gab es an den Kreuzungen der Treskowallee mit der Wandlitzstraße/Am Carlsgarten sowie Dorothea-/Godesberger Straße punktuelle Einengungen auf eine Spur je Richtung. Von Ende Januar bis Ende Juni wird dann zwischen den Kreuzungen Treskowallee/ Sewanstraße und Treskowallee/Wandlitzstraße der gesamte Verkehr in einer Spur je Richtung auf der östlichen Seite der Treskowallee geführt. Denn die als Baustraße errichtete provisorische Fahrbahn unter der Bahnbrücke wird nun für die Bauarbeiten benötigt. Gebaut wird an sechs Tagen je Woche.

Was wird mit dem Lieferverkehr?

BWB-Sprecher Stephan Natz sicherte den Einwohnern zu, dass es noch einmal in einem Flugblatt an alle Haushalte konkrete Informationen über den Bauablauf sowie die Telefonnummern des Bauleiters und weiterer Ansprechpartner geben wird. Die Diskussion in der Einwohnerversammlung zeigte, dass noch nicht alle Fragen berücksichtigt wurden. So ist die Gewährleistung eines funktionierenden Lieferverkehrs noch problematisch. In dem Bau-Abschnitt liegen auch Arztpraxen und Pflegedienste. Diese benötigen Anfahrtsmöglichkeiten für Krankentransporten oder den Rettungsdienst. Zu Problemen wird es auch mit der Buslinie 396 kommen. Der Bus kann während der Bauzeit nicht über die Dönhoffstraße fahren, sondern er wird über die Marksburgstraße umgeleitet. Dafür soll die Einbahnstraßeregelung für den Bus aufgehoben werden.

2020 beginnen Arbeiten für neue Straße

Die Arbeiten der Wasserbetriebe sollen im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Erst danach kann an den Straßenbahngleisen und an der geplanten neuen Straße unter der Bahnbrücke gearbeitet werden, die eigentlich schon viel früher fertig sein sollte. Bereits seit Jahren ist vorgesehen, dass unter der S-Brücke die Gleise, die sich bisher noch in Mittellage befinden, nach außen vor die beiden Eingänge zur S-Bahn verlegt werden. Eine Ampel soll dafür sorgen, dass Straßenbahnen und Autoverkehr „verschachtelt“ werden. Die Trampassagiere können direkt von der Haltstelle zum S-Bahneingang gelangen, ohne noch einmal die Straße zu überqueren. Auch die Radfahrer bekommen einen eigenen Fahrstreifen.

SEV ab Juli

Die Deutsche Bahn (DB) will bis zum Ende der Sommerferien alle Arbeiten am Bahnhof erledigt haben. Katja Gericke von der DB gab ganz konkrete Angaben zum Bauablauf. Die Vorbereitungen beginnen schon jetzt. Das hat aber noch keine Auswirkungen auf den Zugverkehr. Erst ab Anfang Juli wird ein Schienenersatzverkehr für die S-Bahn von Ostkreuz bis nach Köpenick eingerichtet. Vom 6. Juli bis 6. August fahren die Busse im SEV. Auf dem S-Bahnsteig sollen das historische Dach, die Dachstützen und das historische Bahnwärterhäuschen saniert werden. Auch der S-Bahnsteig selbst wird erneuert.

Bahndamm Zufahrt für Baufahrzeuge

Die beiden Bahnsteige für die Regionalbahn werden abgerissen. Damit entschwindet auch die letzte Hoffnung, dass die Züge jemals wieder in Karlshorst halten werden. Der provisorische Fußgängertunnel zwischen der Stolzenfelsstraße und Am Carlsgarten wird vom März bis November gesperrt und komplett erneuert. Für die Einwohner Am Carlsgarten bedeutet das, dass sie mit den Baustelleneinrichtungen vor dem Tunneleingang und dem zusätzlichen Fahrzeugstrom leben müssen. Denn der Bahndamm soll auch als Zufahrt für die Baufahrzeuge dienen, die zu den Bahnsteigen gelangen müssen.

S-Bahnsteig wird komplett erneuert

Der S-Bahnsteig wird komplett erneuert. Die Bauarbeiten beginnen im Februar und sollen zum Ende der Sommerferien im August abgeschlossen sein. In dieser Zeit fährt die S-Bahn teilweise eingleisig ohne Halt in Karlshorst. Manchmal fährt die S-Bahn aber auch gar nicht. Vom 6. bis 16. Juli gibt es eine Totalsperrung. Vom 16. bis 27. Juli und vom 30. Juli bis 3. August fährt die S-Bahn eingleisig ohne Halt in Karlshorst. An zwei weiteren Wochenenden, 27. bis 30. Juli und 3. bis 6. August, gibt es wieder eine Totalsperrung. Danach soll die S-Bahn wieder wie gewohnt verkehren. Bis Mitte November will die Bahn dann noch den Treppenaufgang renovieren.

 

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