Beleuchtungskonzept für Marzahn-Hellersdorf gefordert

Es werde Licht

01.02.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Schon in Mose 1 der Bibel heißt es: „Es werde Licht!“ Und es ward Licht. „Und Gott sah, dass das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis…“ Auf Gott wollen sich die Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) bei ihrer Forderung nach einem Beleuchtungskonzept für den Bezirk allerdings nicht verlassen – ihr Auftrag unter dem Motto „Es werde Licht“ richtete sich an irdische Vertreter der Macht: Mehrheitlich wurde auf der Januar-Tagung der BVV beschlossen, das Bezirksamt möge ein Konzept für eine angemessene und den Sicherheitsbedürfnissen der Anwohner entsprechende Beleuchtung erarbeiten.

Unsicherheitsgefühl im Dunkeln

„Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns davon berichtet, dass sie aufgrund unzureichender Beleuchtung ein starkes Unsicherheitsgefühl haben und sich im Dunkeln nur selten auf die Straße trauen. Auch objektiv gesehen ist die Beleuchtung an vielen Straßen und Plätzen im Bezirk unzureichend. Gerade zu den hell erleuchteten Innenstadtbereichen fällt die Beleuchtung erheblich ab“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Brettin. In die Erarbeitung eines neuen Lichtkonzeptes sollen auch Vereine, freie Träger und interessierte Privatpersonen einbezogen werden.

Bürger konnten Probleme melden

Bereits seit längerem wird über die Verbesserung der Beleuchtung von Straßen, Plätzen und Grünanlagen in Marzahn-Hellersdorf debattiert. Die SPD hatte in den vergangenen Monaten Hinweise darüber gesammelt, wo möglichst rascher Handlungsbedarf besteht, Anwohner konnten defekte oder fehlende Lampen melden. Der Abgeordnete Sven Kohlmeier (SPD) machte auf die unzureichende Beleuchtungssituation am Teterower Ring in Kaulsdorf-Nord aufmerksam und versprach, sich für zusätzliche Gehweglampen in diesem Gebiet stark zu machen. Vor kurzen konnte er einen Erfolg vermelden: Die fehlende Gehwegbeleuchtung dort werde „in das Bauprogramm der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die kommenden Jahre aufgenommen“. Konkrete Angaben, wann gebaut werden wird, gibt es jedoch noch nicht.

Seit 2011 gibt es ein Berliner Lichtkonzept

In erster Linie ist der Senat, nicht das Bezirksamt, für die Beleuchtung der Stadt zuständig. Bereits seit 2011 gibt es ein Lichtkonzept des Landes Berlin, das nach und nach umgesetzt wird. Dabei geht es um Sicherheitsfragen im öffentlichen Raum, aber auch um eine effektive und kostengünstige Beleuchtung. Zudem soll das Kunstlicht weder Menschen, noch Flora und Fauna beeinträchtigen. Deshalb kommt es auch auf die Wahl der entsprechenden Leuchtmittel an – ein Aspekt, den Bjoern Tielebein, Chef der Linksfraktion, in der BVV-Debatte nochmals unterstrichen hatte.

Bisher nur 52 Gaslaternen ausgetauscht

Gestritten wird seit langem in Berlin über den Austausch von alten Gaslaternen gegen moderne Leuchtkörper. Nicht von ungefähr hat sich schon vor Jahren eine Initiative „Gaslicht ist Berlin“ gegründet, die die Berliner Gaslaternen erhalten will, insbesondere an historischen Orten. In Marzahn-Hellersdorf ist man sich einig darüber, dass die warmes Licht verbreitenden Gaslaternen u.a. im denkmalgeschützten Angerdorf Kaulsdorf bleiben sollen. Laut Antwort von Staatssekretär Holger Kirchner (Senatsumweltverwaltung) auf eine Schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Mario Czaja werden in Marzahn-Hellersdorf derzeit 1.211 Gasleuchten betrieben. Bislang wurden nur 52 Gasleuchten durch Elektroleuchten ersetzt. 43 Gaslaternen sollen erhalten werden, weil sie unter Denkmalschutz stehen. Im Jahr 2018 ist die Umrüstung von weiteren 146 Gasleuchten beauftragt, darunter 36 am Wilhelmsmühlenweg und 19 an der Waplitzer Straße in Kaulsdorf. Zudem würden punktuell einzelne Standorte umgerüstet. Wie es danach weitergeht, konnte Kirchner allerdings nicht mitteilen: „Der weitere Ablauf der Umrüstung ist offen.“

 

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