Behörde verbietet Event im Strandbad Orankesee

1. Berliner Hundeschwimmen abgesagt

22.09.2015, Linna Schererz

Zeichnung: Birgitt Eltzel

Alt-Hohenschönhausen. Das für den kommenden Sonnabend, 26. September, geplante Hundeschwimmen im Standbad Orankesee ist abgesagt. Das teilten die Veranstalter von der Hundegemeinschaft Hohenschönhausen mit. In einer Pressemitteilung von Dienstagabend, 22. September, erklärte der Verein, dass das bezirkliche Umwelt- und Naturschutzamt dem Strandbad und der Hundegemeinschaft die Durchführung der Veranstaltung verboten hat. Die Behörde habe sich in der Begründung auf Paragraf 2 des Gesetzes über das Halten und Führen von Hunden in Berlin berufen, heißt es in der Mitteilung. Das untersage Hundehaltern, ihre Tiere auf Liegewiesen und Badeanstalten und gekennzeichnete öffentliche Badestellen mitzunehmen. Durch die Veranstaltung würden Hundekot, Hunde-Urin und Parasiten in den See getragen. Diese würden auch im Strandbad auf der Liegewiese und im Strand verbleiben. Das führe zur Verschlechterung der Wasserqualität sowie der Qualität der Spielbereiche. Der Orankesee, ein stehendes Gewässer 2. Ordnung, sei  ein EU-Badegewässer und weise eine ausgezeichnete Wasserqualität auf. Umfangreiche Sanierungsmaßnahmen in den letzten Jahren hätten dazu beigetragen, dass sich neben dem chemischen auch der ökologische Zustand des Sees deutlich verbessert hat, heißt es in der Versagensanordnung des Amtes. Das Hundeschwimmen sollte erstmals in Berlin stattfinden. Die Schirmherrschaft hatte der CDU-Abgeordnete Danny Freymark übernommen.

Bundesländer mit verschiedener Praxis
Wie LiMa+ berichtete  gibt es Hundeschwimmen am letzten Wochenende der Freibadsason bereits in etlichen deutschen Städten und Gemeinden. Dort ist es ein beliebtes Event vor dem Großreinemachen zur Winterpause. Allerdings haben die verschiedenen deutschen Bundesländer auch verschiedene Hundegesetze – und vermutlich nutzen sie auch jeweils andere Ermessensspielräume. Dem Laien leuchtet es jedenfalls schwer ein, dass möglicher Hunde-Urin bis zum Start der Badesaison im Mai 2016 die Wiesen und den Sand verunreinigen kann. Dazu müssten wohl schon zehntausende der Tiere dort weilen. Hundekot sammeln verantwortungsvolle Hundehalter und die Veranstalter mit Sicherheit ein, wie unter anderem beim inzwischen schon mehrfach durchgeführten Mopstreffen in Lichtenrade, zu dem regelmäßig mehrere hundert Hunde und ihre Besitzer kommen.

Verein will sich nicht entmutigen lassen
Michael Schulz vom Vorstand der Hundegemeinschaft Hohenschönhausen bedauert die Entscheidung des Amtes. Schließlich liefen die Vorbereitungen schon auf Hochtouren. Das Ereignis war in der Presse bekanntgegeben worden, Plakate waren ausgehängt worden. “Ich hoffe nur, dass alle Interessenten die Absage mitbekommen”, sagte er. Mitglieder der Hundegemeinschaft seien auf jeden Fall am Sonnabend vor Ort, um dort darüber zu informieren. Entmutigen lassen will sich der Verein jedoch nicht: “Mit gutem Vorlauf werden wir 2016 ein schönes Event für Hunde, ihre Halter und alle Freunde der Tiere auf die Beine stellen”, sagte er.

 

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