Gedankenbrösel zum Sonntag

Eltern!

20.08.2017, Mike Abramovici

Foto: Abramovici. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.



A
us dem Einen sind wir rausgeschlüpft, in die Andere rein, um dann neun Monate später als kleiner Mensch ans Licht der Welt zu kommen. 😉 Ja, unsere Eltern schenkten uns das Leben, und in den allermeisten Fällen machten sie es auch ganz gut. Sie stützten uns, wenn wir hinfielen. Sie klebten ein Pflaster auf die Wunde und trösteten uns. Wenn alles gut lief, gab es Schokolade zur Belohnung. Und sie meckerten, wenn wir uns daneben benahmen. Solange wir leben, selbst wenn wir schon über 50 sind, bleiben wir doch die kleinen Kinder. Das ist merkwürdig, aber auch irgendwie rührend, zumal wenn man bedenkt, dass wir es genauso tun werden, wenn der Staffelstab des Lebens übergeben wird. Sie sind da, aber manchmal auch echt anstrengend.

Und eine leichte Angst macht sich breit, dass man später mal genauso wird und vor sich hin brabbeln wird. Je älter sie werden, bemühen sie sich jedoch trotzdem, mit jedem technischen Fortschritt (wenn man es denn Fortschritt nennen kann) mitzuhalten. Doch wie erklärt man Bluetooth, wenn es bis vor kurzem noch eine Steckverbindung gab? Ja, es werden dennoch neue Geräte angeschafft. Der tollste Fernseher auf dem Markt wird gekauft. Ein neues Tablet muss her (wobei ich manchmal denke, dass sie Tablets vielleicht doch lieber nur als Unterlage zum Brot schneiden nehmen sollten). Andersrum ist es wieder putzig, denn: Wer rastet der rostet.

Es gibt dabei so viele lustige Erlebnisse, z. B. wenn man den neuen Fernseher einrichtet und versucht, Receiver, W-LAN-Verstärker zu erklären und der LAN-Stecker nicht passt – es ist herrlich. Auch hier kommt der Gedanke auf, dass man irgendwann vielleicht selbst einmal nicht mehr mit der Technik mitkommt und dann die eigenen Kinder geduldig zum wiederholten Mal alles erläutern. Das treibt ein Lächeln ins Gesicht, das ist definitiv schon immer so gewesen. Doch damals bemühten sich die Eltern unserer Eltern nur darum, ein Radio einzustellen und verzweifelten vielleicht anfangs genauso.

Und so ziehen sich diese Dinge durch viele Bereiche unseres Lebens, jede Generation hat ihre Vorgehensweise. Das Komische ist ja, jeder Mensch ist von seiner eigenen Herangehensweise überzeugt. Solange das immer so bleibt, ist auch alles in Ordnung. Und wir werden bis zum bitteren Tag voneinander lernen. Denn eines ist traurige Gewissheit, der Tag der Tränen wird kommen, und unsere Lebensschenker werden nicht mehr bei uns sein. Und wir sind dann quasi die alten, sturen, brubbeligen Meckerköppe, welche mit einem Augenzwinkern auf unsere Kinder und Enkel hören. Solange wir uns alle lieb haben, respektieren, den Dingen, die Eltern nicht verstehen, mit einem Lächeln begegnen, ist alles schön. Irgendwann werden wir sie sein. Bis dahin sollten wir so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen. Auch wenn es manchmal anstrengend ist, es bleibt doch immer ein Erlebnis. Alle Eltern werden ihre Kinder immer bedingungslos lieben. Und wir dürfen nicht vergessen, hätten sie „es“ damals nicht getan, wir wären heute nicht da!

 

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