Schloss Biesdorf ist jetzt wieder in kommunaler Hand

Eintritt kostenlos

07.02.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Karin Scheel strahlt, als wir uns an der Eingangstür von Schloss Biesdorf treffen. Seit dem 1. Februar ist die Leiterin der Galerie M die Schlossherrin, denn mit Monatsbeginn hat der Bezirk die spätklassizistische Turmvilla an der Bundesstraße 1/5 Alt Biesdorf wieder in Eigenregie genommen. Wie berichtet, hatte sich der bisherige Betreiber Grün Berlin GmbH zurückgezogen, weil er mit dem durch den Bezirk zugebilligtem Geld für den Betrieb des Hauses nicht zurechtkam. Schloss Biesdorf war nach langwieriger, mehr als zehn Millionen Euro teurer Sanierung im September 2016 wiedereröffnet worden. Eine Galerie, bis Ende Januar noch „Zentrum für Kunst und öffentlicher Raum“ (ZKR), bildet dort den Mittelpunkt. Es gibt auch ein Café.

Cafégäste gehen jetzt auch in Ausstellung

Das Café, betrieben vom Berliner Genusskombinat, das u.a. Restaurants in den „Gärten der Welt“, aber auch in Berliner Museen unterhält, blieb auch nach dem Betreiberwechsel im Schloss. „Und es bringt neue Besucher für die Ausstellung“, freut sich Karin Scheel. Die Gästezahlen in der Schloss-Galerie sind inzwischen gestiegen, erzählt Karin Scheel. Denn der Besuch der Ausstellung kostet in der nun kommunalen Galerie keinen Cent mehr (vorher 5 Euro Erwachsene). Gezahlt werden muss jetzt nur noch bei besonderen Veranstaltungen. „Die Aufsichten haben mir erzählt, dass viele Cafébesucher durch die Ausstellung schlendern. Vorher war das nicht so“, sagt die Galerie-Leiterin.

Offenes Haus für alle

Stadträtin Juliane Witt (Linke) hatte anlässlich der Übernahme des Schlosses in bezirkliche Verantwortung betont: „Unser Ziel ist es, das Schloss als offenes Haus für Gäste der Hauptstadt, des Bezirks Marzahn-Hellersdorf – aber auch für die Kulturfreunde aus Biesdorf zu entwickeln. Mit dem Status als Kommunale Galerie verbunden ist der kostenfreie Eintritt zu allen Ausstellungen. Schon während der Bauphase war klar, dass hier ein ganz besonderes Kleinod im Osten Berlins entsteht – die Chancen dieses Standortes werden wir noch besser nutzen und auch in die touristische Präsentation der Hauptstadt einbringen. Das Haus wird künftig als ‚Schloss Biesdorf’ eine eigene Marke bilden.” Wichtige Partner werden weiterhin dabei sein, darunter die Jugendkunstschule. Ab März soll auch der Flügel der Musikschule wieder im Konzertsaal stehen. Das Café kann von privat als Ort für Feiern und Feste angemietet werden.

Neue Exposition ab 10. Mai

Die noch von Katja Assmann und Ulrike Kremeier kuratierte Ausstellung für das ZKR „Blick Verschiebung“ wird noch bis zum 8. April gezeigt. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150. Geburtstag des Schlosses Biesdorf wird zum Biesdorfer Blütenfest am 10. Mai um 16 Uhr die nächste Ausstellung, die erste Exposition unter kuratorischer Leitung von Karin Scheel, eröffnet. Der Heino-Schmieden-Saal wird am 11. Mai um 17 Uhr feierlich eingeweiht. Zu allen vier Fest-Tagen ist das Schloss geöffnet und es gibt Gelegenheit, über die Kunstausstellung hinaus auch die neue Präsentation im Geschichtsraum zu entdecken, die der Bauhistoriker Dr. Oleg Peters, Leiter des bezirklichen Standortmarketings, derzeit konzeptionell vorbereitet.

Auch die Galerie M in der Marzahner Promenade 46 bleibt erhalten (wir berichteten). Sie wird von April bis Juni durch die neue Künstlerinitiative Marzahn-Hellersdorf als „Projektraum M“ genutzt, später als Filialstandort der kommunalen Galerie. Die Künstlerinitiative wird unterstützt, indem das Bezirksamt die Mietkosten für die Räume der degewo übernimmt.

Schloss Biesdorf hat täglich (außer Dienstag) von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am 11. Februar wird dort um 15 Uhr zum 2. Bau-Kultur-Salon geladen, mit den Musikern Lukas Natschinski und Wolfgang Ziegler. Gastgeber sind Stadträtin Witt und  Dr. Oleg Peters. Eintritt frei, Anmeldung per E-Mail erbeten.

 

 

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