Erster Stadtführer mit Rad- und Wandertouren

Eine Reise wert

25.05.2016, Regina Friedrich

Fotos: Regina Friedrich (1), Birgitt Eltzel (2 -7)

Marzahn-Hellersdorf. Wer es bis jetzt noch nicht wusste, nach der Lektüre des gerade erschienenen Stadtführers ist es klar: Der Bezirk hat touristisch durchaus einiges zu bieten und es lohnt sich, auch mal ein paar Tage länger zu bleiben.

Ein Urlauber-Hotspot ist der Bezirk noch nicht, er hat die wenigsten Hotelbetten in Berlin. Aber er ist auf jeden Fall „anders als erwartet“. So heißt auch die Webseite des Tourismusmarketings des Bezirksamtes, auf der der neue Stadtführer unter Service/Downloads als PDF zur Verfügung steht. Ansonsten bekommt man die 88 Seiten starke handliche Broschüre in Deutsch und Englisch in der Tourist-Info, am Eingang zu den „Gärten der Welt”, Eisenacher Straße 99.

Ein perfekter Tag in Marzahn-Hellersdorf
Der Stadtführer beginnt gleich mit den Highlights: Die „Gärten der Welt“, die „IGA Berlin 2017“, Park und Schloss Biesdorf, das Gründerzeitmuseum und der Sky Walk, eine Hochhaus-Aussichtsplattform, die kurz vorgestellt werden. Für alle diejenigen, die noch nie in Marzahn-Hellersdorf waren, gibt es ein Angebot: Ein perfekter Tag. Mit dem Stadtführer in der Hand kann man sich aufmachen auf eine Entdeckertour mit Start in luftiger Höhe beim Sky Walk und Ende in der Eventlocation Alte Börse Marzahn.

Aber Marzahn-Hellersdorf hat noch mehr zu bieten und das wird auf den nächsten Seiten deutlich. Da ist das historische Angerdorf Marzahn und die Bockwindmühle inmitten der Hochhäuser oder der Regine-Hildebrandt-Park in Hellersdorf. Aber auch die anderen „Dörfer“ lohnen durchaus einen Besuch und haben Spannendes zu bieten wie das Turmmuseum in der Kaulsdorfer Kirche. Und erst die „Platte“. Von wegen öde Betonwüste. Mediterranes Flair verströmen besonders im Sommer die Ahrensfelder Terrassen und gleich um die Ecke im Schorfheideviertel stößt man auf röhrende Hirsche. Das  Marzahner Rathaus ist ein Baudenkmal, der einzige Rathausneubau in der DDR nach klassischem Vorbild. Dort finden oft interessante Ausstellungen statt. Zum Bummeln lädt die Marzahner Promenade ein mit einem Abstecher ins Einkaufszentrum Eastgate.

Radfahren, Wandern, Feiern
Natürlich lässt sich der Bezirk ganz gut auch per pedes oder per Rad erkunden. Dafür werden 19 spannende Routen vorgestellt. Die bekannteste ist sicherlich der 15,4 km lange Wuhltetal-Wanderweg, der auch mit Kindern familienfreundlich zu meistern ist. Thematisch bieten die Routen für nahezu jeden Geschmack etwas, ob man nun die Dörfer-Tour, die DENKmal-Route oder die Route zum Stadtumbau Marzahn auswählt. Im Angebot sind auch überregionale Rad- und Wanderrouten, die den Bezirk kreuzen wie die Südspange, der Barnimer Dörferweg oder die Humboldt-Spur. Zudem gibt es ein Kapitel speziell mit Angeboten für Kinder.

Ein Besuch in Marzahn-Hellersdorf lässt sich gut mit einer Veranstaltung verbinden, denn dort verstehen die Menschen auch zu feiern: ob im April das Kirschblütenfest in den „Gärten der Welt“, der Deutsche Mühlentag im Mai in der Marzahner Mühle, das „Classic Open Air Helle Mitte“ im Juni, die Highland Games im Juli oder das Marzahner Erntefest im September.

Für alle, die etwas länger bleiben wollen, sind Hotels, Pensionen, Jugendherbergen und Gästewohnungen aufgeführt, ebenso wie Restaurants und Cafés. Für die ausländischen Gäste gibt es auch einen englischsprachigen Teil. Ergänzt werden alle Informationen durch eine Bezirkskarte mit den Rad- und Wanderwegen.

Kommen, bleiben, schauen, erholen…
Der Stadtführer, entstanden aus der Zusammenarbeit der bezirklichen Wirtschaftsförderung mit dem apercu-Verlag, ist mit 3.000 Exemplaren gestartet. 10.000 Euro gab es dafür aus der von Bund und Land geförderten Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“. Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) hat damit ein gutes Argument in der Hand, wenn er auf Messen und Reisemärkten für den Bezirk als touristisches Reiseziel wirbt. Es wird sogar schon darüber nachgedacht, einen temporären „Marzahn-Hellersdorf-Shop“ in Köln oder Hamburg zu eröffnen. Zwar sind die Gästezahlen 2015 leicht gesunken, die Zahl der Übernachtungen aber gestiegen, was bedeutet, dass die Besucher länger bleiben, gemäß dem Motto: „Nach Marzahn-Hellersdorf kommen und bleiben – zum Schauen, Entspannen, erholen…“

Hier der Stadtführer als PDF zum Herunterladen.

 

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