Neue Ideen für das Biesdorfer Theater am Park

Ein Runder Tisch soll es richten

28.03.2017, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann

Biesdorf. Das Theater am Park (TaP) soll ein kulturelles Zentrum für den Ortteil und für den ganzen Bezirk werden. Das hat sich der CDU-Wahlkreisabgeordnete Christian Gräff vorgenommen. Der frühere Wirtschafts- und Stadtentwicklungsstadtrat von Marzahn-Hellersdorf moderiert jetzt einen Runden Tisch aller TaP-Nutzer. Nach ersten Gesprächen kommt Gräff zu dem Schluss: Das Theater mit seinem großen Saal ist einmalig in der Region. „Unser Ziel ist es, noch in diesem Jahr eine Zukunftsvision für das Theater zu entwickeln.“

Beliebt war das Theater am Park beim Bezirksamt kaum. Schon im Jahr 2003 sollte das Haus geschlossen werden. Die Proteste des Vereins TaP e.V. und der vielen Nutzer zwangen sowohl die damalige Kulturstadträtin Marlitt Köhnke (SPD) als auch den früheren Bürgermeister Dr. Uwe Klett (PDS, heute Linke) zum Einlenken. Im vergangenen Jahr hatte der damalige Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD) ein Interessenbekundungsverfahren gestartet. Gesucht wurde – erfolglos – ein potenter Sanierer für das TaP, das nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) als soziokulturelle Einrichtung erhalten bleiben soll. Richters Nachfolgerin Juliane Witt (Linke), die auch für die Kultur im Bezirk verantwortlich zeichnet, beendete das Verfahren. Neue Konzepte für das Haus und dessen Sanierung gibt es seitens des Bezirks aber bisher nicht.

Verein hat viel Geld und Kraft investiert

Christian Gräff stellt fest: „Ohne das Engagement des TaP e.V. würde es das Theater am Park heute nicht mehr geben.“ Der Verein hat, wie berichtet, in den vergangenen Jahren viel geleistet. Fluchtwege wurden eingebaut, Räume für Proben, Veranstaltungen und Unterricht erschlossen, das Obergeschoss wurde ausgebaut und der Innenhof umgestaltet, so dass dort auch Theaterveranstaltungen stattfinden können. „Der TaP e.V. hat viel Geld und vor allem viel Kraft und persönliches Engagement investiert“, resümiert Gräff. Zwar hatte der TaP e.V. schon mehrfach Sponsoren gefunden, aber diese wollten sich verständlicherweise nur einbringen, wenn das Haus über einen längeren Zeitraum als Kulturstandort gesichert bleibt. Der TaP e.V. hat aber stets nur für ein Jahr einen Mietvertrag vom Bezirk erhalten. Das war allen Interessenten immer zu unsicher, um sich auch finanziell zu engagieren.

Drei-Punkte-Programm

Der Abgeordnete geht nun mit einem Drei-Punkte-Programm in die Diskussion mit dem TaP e.V. und den anderen Nutzern des Hauses. Erstens: Das TaP soll den Biesdorfern als Begegnungsstätte und für private Feste zur Verfügung stehen. Zweitens: Die Nutzer bieten weiter ihre Kurse an und weitere Interessenten im Bereich Tanz und Kultur werden gefunden. Drittens: Es müssen Ideen entwickelt werden, um auch die große Bühne regelmäßig zu bespielen.
„Das funktioniert nur im Zusammenhang“, meinte Gräff, „denn die Betriebskosten müssen erwirtschaftet werden.“ Bisheriger Knackpunkt ist der große Saal (325 Plätze) und die Bühne dort. Weil Fluchtwege, der Rauchabzug und der erforderliche eiserne Vorhang fehlen, wurde 2003 der Saal zunächst auf 100 Plätze reduziert und später ganz gesperrt. Gräff sagt, es wäre schade, ein solches einmaliges Objekt nicht wieder zu nutzen. Er wendet sich gegen bisherige Vorstellungen, die Bühne zu verkleinern und den Orchestergraben zu schließen. Denn auf der Bühne können selbst große Theaterveranstaltungen stattfinden. Im Konzertgraben haben die Musiker beste Voraussetzungen.

Neue Interessenten

Gräff hat inzwischen neue Interessenten für das Theater gefunden, die sich in das Haus mit einbringen wollen. Dazu gehört die Berliner Tanzkompanie. „Sie hat Erfahrungen mit großen Veranstaltungen und bespielt in Neustrelitz ein eigenes Theater“, erklärt Gräff. Er will diese Erfahrungen auch für Biesdorf nutzen. „Wir sind uns einig, dass wir es probieren wollen.“ Auch andere Theatergruppen haben bereits Interesse angemeldet, wenn der große Saal wieder benutzt werden kann. Gräff ist sich sicher, dass er Sponsoren findet, damit die notwendige Technik eingebaut werden kann.

Bis zum Herbst soll die Konzeption stehen

Er verweist darauf, dass inzwischen auch der Kulturausschuss der BVV erkannt hat, wie wichtig das Theater am Park für das Image des Bezirks ist. Er geht aber davon aus, dass sich das Bezirksamt weiterhin nicht energisch für das Theater einsetzen wird. „Unser Ziel ist es deshalb, das Theater ohne große Beteiligung des Bezirks wieder zu aktivieren.“ Das werde allerdings nicht von heute auf morgen gelingen. Wichtig für Gräff ist, dass er jemanden findet, der für 10 bis 15 Jahre die Verantwortung übernimmt. Bis zum Herbst will er gemeinsam mit dem TaP e.V. und den anderen Nutzern eine Konzeption erarbeiten. Kultur- und Immobilienstadträtin Juliane Witt hatte am Donnerstag, 23. März, auf der Sitzung der BVV erklärt, es sei möglich, dass der Bezirk die Immobilie per Erbbaupachtvertrag an den Verein und die anderen Nutzer abgibt. (mit el.)

Weitere Informationen:
www.tap-biesdorf.de

 

 

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