580 neue Wohnungen im Lindenhof

Ein neues Quartier für 1.500 Menschen

04.07.2017, Marcel Gäding

Bezirksbürgermeister Michael Grunst (links), Howoge-Chefin Stefanie Frensch (2. v. links), Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (Mitte) und Architekt Max Dudler (2. v. r.) bei der Grundsteinlegung. Foto: Marcel Gäding

Lichtenberg. Auf dem Gelände des einstigen Kinderkrankenhauses Lindenhof ist am Montag (3. Juli) der Grundstein für ein neues Quartier gelegt worden. Bis Ende 2018 entstehen unter der Regie des landeseigenen Wohnungsunternehmens Howoge nahe dem Landschaftspark Herzberge 580 Wohnungen und eine Kita mit 70 Plätzen. „Dabei handelt es sich um das größte Neubauvorhaben aller städtischen Wohnungsgesellschaften“, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Der Bau des neuen Howoge-Quartiers an der Gotlindestraße sollte eigentlich längst im Gange sein – allerdings verzögerten komplexe Planungen das Vorhaben. Umso erleichterte ist Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch, dass nun die Bagger rollen und sich die Kräne über den Baugruben für insgesamt fünf Wohnhäuser drehen. „Am Ende werden hier 1.500 Menschen wohnen und ein neues Zuhause finden“, sagt Frensch. Das Vorhaben reiht sich in die Neubauoffensive des Wohnungsunternehmens ein: Innerhalb der kommenden zehn Jahre will die Howoge ihren Wohnungsbestand von aktuell rund 50.000 auf dann 65.000 Wohnungen erweitern, „Aktuell sind 2.400 Wohnungen in 13 Projekten im Bau“, sagt Frensch. Wie dringend neue, bezahlbare Wohnungen benötigt werden, zeigt ein Blick auf die Warteliste: Bereits 2.000 Interessenten haben sich für die 580 Wohnungen im Lindenhof vormerken lassen.

Lob vom Regierenden Bürgermeister

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) lobt die Anstrengungen der Howoge, neue Wohnungen zu bauen. Er weist darauf hin, dass 25 Prozent der neuen Mietwohnungen zu einem Preis von 6,50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Dass die Howoge dafür den traditionsreichen Standort Lindenhof entwickle, sei im Sinne einer guten Stadtentwicklung. Anerkennende Worte kommen auch von Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke). Ihn freue es besonders, dass eine Reihe von Wohnungen auch für Menschen mit niedrigem Einkommen bezahlbar seien. Doch es brauche weiter mehr Wohnraum, auch bezahlbaren. „In den letzten Jahren sind fast 25.000 Menschen nach Lichtenberg gezogen – das ist eine richtige Kleinstadt.“ Das Bezirksamt sehe sich wegen des wachsenden Zuzuges gezwungen, „auf die Überholspur zu wechseln, um die Infrastruktur weiterzuentwickeln.“ So wurde der Fachbereich Hochbau aufgestockt, um den Bau neuer Schulen und Kitas zu beschleunigen.

Themenhöfe in parkähnlicher Anlage

Für die Umsetzung des neuen Quartiers im Lindenhof hat die Howoge neben dem Büro KSP Jürgen Engel Architekten auch den renommierten Planer Max Dudler gewonnen. Die ein bis fünf Zimmer großen Wohnungen befinden sich in ein drei Themenhöfen. Die Architekten achteten darauf, dass der parkähnliche Charakter erhalten bleibt. Ausführendes Bauunternehmen ist die Züblin AG.

Die noch vorhandenen Gebäude des einstigen Kinderkrankenhauses Lindenhof sollen in das Ensemble integriert werden. Dort entstehen Eigentumswohnungen. Im 19. Jahrhundert entstand die Anlage unter Federführung des Stadtbaurates Hermann Blankenstein (1829-1910). Zunächst diente der Lindenhof als „Knabenerziehungsheim“. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde aus den Trümmern das Kinderkrankenhaus Lindenhof errichtet, das 2012 den Standort verließ und nun Teil des unweit entfernten SANA-Klinikums Lichtenberg ist.

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