Die Malerin Antje Püpke öffnet die Türen

Ein Blick hinter die Kulissen

28.10.2015, Klaus Tessmann

Fotos: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Friedrichsfelde/Kaulsdorf. Für Antje Püpke wird der kommende Sonntag, 1. November, sicherlich ein großer Tag. Zum ersten Mal öffnet die Künstlerin von 14 bis 17 Uhr die Türen ihres neuen Ateliers in der Alten Börse Marzahn (Haus 63, 1. OG) und gewährt einen Einblick in ihr Schaffen – dazu gehören Malerei, Grafik, Illustration, Karikatur und Holzschnitt. Natürlich hofft sie auch, dass einige Werke den Besitzer wechseln.

Handwerkliche Präzision und Geduld
1967 in Königswusterhausen geboren, absolvierte Püpke nach der zehnklassigen Schule 1984 bis 88 in Meißen zunächst eine Lehre als Porzellanmalerin. Sie erinnert sich gerne an diese Zeit zurück, obwohl es der Kreativen nicht leicht fiel, immer wieder die gleichen Blumenmotive zu malen. „Ich habe dort wirklich viel gelernt“, sagt die Künstlerin heute. „Vor allem handwerkliche Präzision und Geduld.“ In der Wendezeit lernte sie ihren Mann kennen und zog nach Kaulsdorf. Hier arbeitete sie mehrere Jahre als Grafikerin in der Werbewirtschaft, tönte unter anderem Autoscheiben und beklebte Autos mit Werbeaufschriften. „Auch das war lehrreich“, meint die beharrliche Frau, wenngleich es eine körperlich schwere Arbeit gewesen sei.

Unverzichtbares Rüstzeug
Zwischenzeitlich besuchte sie mehrere Lehrgänge, die über das Arbeitsamt vermittelt wurden. Sie eignete sich Kenntnisse zur Computertechnik, über digitale Bildbearbeitung und zu Gestaltungsprogrammen an – unverzichtbares Rüstzeug, das Grafiker und Designer heutzutage für ihren Beruf brauchen. „Das war wichtig für meine spätere künstlerische Arbeit“, so Antje Püpke. Dann kamen immer wieder kleine Jobs in der Werbung. Wenn das Geld mal knapp wurde, arbeitete sie auch im Supermarkt.

Die FrauenKunstKarawane
Im Jahr 2000 wagte die damals 33-Jährige den Sprung in die Selbständigkeit. „Der Anfang war schwer“, erzählt sie. „Mich kannte hier in Kaulsdorf doch keiner, ich war keine Kaulsdorferin, ich war die Zugereiste.“ Also gehörte „Klinken putzen“, Flyer verteilen, sich bei den Nachbarn vorstellen zum Alltag. Inzwischen hat sich das geändert. Der Terminkalender der Mittvierzigerin ist gut gefüllt. Vor fünf Jahren ist sie durch einen Zeitungsbeitrag auf das Vorhaben FrauenKunstKarawane aufmerksam geworden und gehörte zu den Gründungsmitgliedern dieser Gemeinschaftsaktion in Marzahn-Hellersdorf. Der einmaligen Initiative, bei der heute zehn Künstlerinnen gemeinsam kreativ arbeiten, ihre Werke ausstellen und vermarkten, verdankt Antje Püpke zu einem Großteil auch ihren beruflichen Erfolg. „Wir Künstler im Bezirk müssen doch zusammenhalten“, meint sie.

Zahlreiche Expositionen
Daneben ist die Malerin und Grafikerin aber auch solo unterwegs, organisiert Ausstellungen im Kunsthaus Flora in Mahlsdorf, in der Pyramide in Hellersdorf sowie in vielen kleinen Galerien und Cafés. So gab es beispielsweise Expositionen im Kino Kiste, in den Gärten der Welt, im Schloss Biesdorf und im Galerie-Café Bachmann. Gerade vollendete Püpke ein Projekt mit einer 8. Klasse im Kulturforum Hellersdorf. Dabei setzten sich die Schüler und die Künstlerin mit dem Thema Müll auseinander. Unter dem Motto „Zukunft sucht Stadt – Stadt findet Zukunft“ entstanden Kunstobjekte.

Wandbild mit Schwarzlichtfarben
Auf dem Schreibtisch der Malerin im kleinen Atelier ihres Wohnhauses in der Grottkauer Straße liegt der Entwurf für ein Wandbild. Es soll einmal die Besucher der Golferia Berlin, Wittenberger Straße 50, in Marzahn Nord erfreuen. Kürzlich stellte die Künstlerin ihr Werk vorab bei einer Veranstaltung in dem Ausflugslokal mit Indoor-Minigolf-Anlage unter dem Motto „Kenn’se die?“ dem Publikum vor. Zum ersten Mal konnten Besucher der Golferia einen Blick auf ein Wandbild in seiner Entstehungsphase werfen. Mit Schwarzlichtfarben gemalt, sieht es am Tage ganz „normal“ aus. Bei Dunkelheit mit Schwarzlicht angestrahlt, entpuppt sich jedoch das wahre Bild im Bild. „Der Golfball ist 70 cm groß. Darin werden sich Nixen und Elfen tummeln“, verriet die Künstlerin schon mal. Die Golferia ist die einzige Minigolf-Anlage im Ostteil Berlins. Hier können Besucher nicht nur Golf spielen, sondern auch Ausstellungen besuchen oder zu Gesprächskreisen zusammenkommen. Mit Golferia-Inhaber Reinhard Kneist plant Antje Püpke weitere Aktionen.

Neben dem eigenen kreativen Schaffen gibt die Künstlerin auch Zeichenunterricht und pflegt die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und Kunstinteressierten in Marzahn-Hellersdorf. Nach dem Tag des offenen Ateliers in der Alten Börse Marzahn steht dann im Terminkalender der Kaulsdorfer Künstlerin Antje Püpke der Kunst- und Keramikmarkt im KulturGut Alt-Marzahn am Wochenende, 7. und 8. November.
Weitere Informationen: www.fixebilder.de.

 

 

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