Durch Zivilcourage Leben gerettet

14.04.2018, Klaus Tessmann, Volkmar Eltzel

Foto: Klaus Tessmann. Zum Vergrößern Hauptbild anklicken.

Lichtenberg. Fünf Bürger, die durch ihr couragiertes und schnelles Handeln anderen Menschen im Bezirk aus der Not halfen und so Schlimmeres verhinderten, zeichnete Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) gemeinsam mit Polizeidirektor Dirk Würger von der Polizeidirektion 6 am Freitag, 13. April, mit dem Lichtenberger Bezirkstaler für Zivilcourage aus.

Schläger festgehalten

Der 22-jährige Lichtenberger Fabian Maeusel und seine Freundin Nadine Utrecht (22) gingen dazwischen als am Donnerstagabend, 25. Januar, ein erkennbar sehbehinderter Mann von einem anderen geschlagen wurde. Zuvor hatte der Täter den behinderten Menschen bereits in der Straßenbahn körperlich bedrängt. Obwohl der Taub-Blinde das deutlich ablehnte, forderte der Pöbler den behinderten Mann dazu auf, mit ihm die Bahn zu verlassen, um sich zu prügeln. Später drängte er ihn aus der Tram heraus und wurde handgreiflich. Fabian Maeusel und Nadine Utrecht verhinderten mit Hilfe weiterer Fahrgäste durch beherztes Eingreifen, dass der Angreifer weiter auf den Geschädigten einschlug. Der Täter wurde bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Der Angegriffene blieb zum Glück unverletzt und konnte nach dem Vorfall seinen Weg fortsetzen. „Offensichtlich hat das couragierte Einschreiten Schlimmeres zum Nachteil des Geschädigten verhindert“, sagte Dirk Würger während der Auszeichnungszeremonie.

Vor dem Suizid bewahrt

Auch in einem zweiten Fall konnte ein Mensch vor Schaden bewahrt – und sogar sein Leben gerettet werden: Am Mittwoch, 21. März, wollte ein 23-jähriger russischer Staatsangehöriger sein Leben beenden und vom Parkhausdach des Victoria-Centers am Ostkreuz springen. Der 41-jährige Martin Buggert, Mitarbeiter eines Wachschutzes, konnte dies im letzten Moment verhindern. Er riss den lebensmüden Mann vom Geländer und fixierte ihn zu dessen eigenem Schutz am Boden. Nach etwa zehn Minuten bekam der Sicherheitsmitarbeiter Unterstützung durch die zwei Schüler Yannis Glindemann (21) und Jannick Böhm (18). Sie waren vom gegenüberliegenden Schulgebäude auf die Situation aufmerksam geworden. Polizei und Feuerwehr wurden von einem Lehrer informiert und konnten anschließend die Situation klären und sichern. Der Wachdienstmitarbeiter, der sich bei dem Handgemenge eine Verletzung zuzog und der 23-jährige Suizidgefährdete wurden anschließend im Krankenhaus versorgt.

„Ich möchte mich mit dem Lichtenberger Bezirkstaler bei allen für ihre vorbildliche Mitmenschlichkeit, ihren tatkräftigen Einsatz und ihr couragiertes Handeln bedanken“, sagte Michael Grunst. „Ihr schnelles, uneigennütziges und beherztes Einschreiten hat eine Gefahr minimiert und letztlich Leben gerettet.“

 

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