17 Japanische Kirschbäume in „Gärten der Welt“ zerstört

Die Vandalen kamen mit der Säge

09.03.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Die Spuren der Säge sind noch frisch: In einem verschwiegenen Eckchen hinter dem Japanischen Garten in den „Gärten der Welt“ wurden von Unbekannten 17 wertvolle Zierkirschen der unterschiedlichsten Sorten abgesägt. Dort, wo sich im Frühling gern Menschen unter duftenden Kirschblüten ausruhen, haben die Vandalen im Schutze der Nacht zugeschlagen. Sie kamen vermutlich über den nahen Zaun, der die Gartenanlage vom nach der IGA Berlin 2017 wieder freigegebenen Kienbergpark trennt. Nach Auskunft der Grün Berlin GmbH, die sowohl die kostenpflichtigen „Gärten der Welt“ als auch den öffentlichen Kienbergpark betreibt, entstand ein Schaden von rund 200.000 Euro (Wiederbeschaffungswert).

Immer wieder mutwillige Zerstörungen

Bereits in der vergangenen Woche hatte es am Bezirklichen Informationszentrum an der Hellersdorfer Straße Vandalismusschäden gegeben, wir berichteten. Zudem waren in den vergangenen Wochen nachts in den „Gärten der Welt“ Bäume beschmiert worden, Lautsprecherkabel wurden zerschnitten und entfernt. „Wer macht denn so etwas“, fragte eine Frau am Donnerstagnachmittag, 8. März, die nach eigener Auskunft fast jeden Tag zum Spaziergang in den Park kommt. „Wen wollen die Täter damit treffen? Die Parkbesucher?“ Oder solle mal wieder das Image des Bezirkes zerstört werden, das sich durch die IGA gerade bei Gästen aus anderen Teilen der Stadt ein wenig verbessert habe?

Gespendet von japanischen Bürgern

Denn nicht nur ein materieller Schaden ist durch den Vandalismus entstanden. Einige der Bäume, die nahe des Japanischen Gartens stehen, waren ein Geschenk aus dem fernöstlichen Land. In der japanischen Bevölkerung war das Ende der deutschen Teilung mit großer Freude aufgenommen worden. Ein Fernsehsender hatte seine Zuschauer zu einer Spendenaktion aufgerufen, um Geld für die Pflanzung von Japanischen Blütenkirschen zu sammeln. Diese Bäume sollen „Frieden und Ruhe in die Herzen der Menschen“ bringen. Umgerechnet rund eine Million Euro kamen dabei zusammen. Mehr als 8.000 Kirschbäume wurden in Deutschland gepflanzt, die meisten in Berlin. 2003 waren 80 Kirschbäume aus Japan im Erholungspark Marzahn, jetzt „Gärten der Welt“, gesetzt worden. Laut Grün-Berlin-Sprecher Sven Alex gibt es in den „Gärten der Welt“ etwa 180 Zierkirschbäume.

Schnellstmöglich wird nachgepflanzt

„Wir sind entsetzt über das Ausmaß an Zerstörung, die wir in diesem Umfang noch nie erlebt haben“, sagte Beate Reuber, Senior-Parkmanagerin der „Gärten der Welt“. Sie versicherte: „Wir werden an diesem Ort, der von den Besucherinnen und Besuchern so geschätzt wird, schnellstmöglich wieder Zierkirschen anpflanzen.“ Sven Alex ergänzte: „Das Kirschblütenfest ist durch diesen Akt des Vandalismus aber nicht in Gefahr.“ Es finde wie geplant am 15. April von 12 bis 17 Uhr statt und bilde den Auftakt für die diesjährige Veranstaltungssaison. Etwa 25.000 Besucher werden erwartet. Das Kirschblütenfest „Hanami“ wird 2018 zum zwölften Mal in den internationalen Gärten gefeiert.

Stadtrat: Zusätzliche Sicherungsmaßnahmen

Er sei fassungslos über die Zerstörung der Kirschblütenbäume, sagte Marzahn-Hellersdorfs Umweltstadtrat Johannes Martin (CDU). „In Marzahn-Hellersdorf ist für mutwillige Zerstörung und Vandalismus kein Platz und für derartige Vorfälle gibt es keinerlei Rechtfertigung.“ Dieses rücksichtslose Verhalten füge dem Landschaftsraum und damit auch allen Nutzerinnen und Nutzern großen Schaden zu. „Vor dem Hintergrund der im Rahmen der IGA Berlin 2017 neugeschaffenen Werte werden wir uns daher auch über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen verständigen müssen.“ Der Grün-Berlin-Sprecher sagte, dass es auch bisher schon nachts einen Sicherheitsdienst auf dem Gelände gegeben habe. Doch dieses ist 43 Hektar groß. Sven Alex erwartet, dass Polizei und Ordnungsamt mithelfen, die Anlage zu sichern. Das Einsetzen eines Wachdienstes mit Hunden sei ebenfalls denkbar. „Wir bitten auch die Anwohner um erhöhte Aufmerksamkeit“, sagte Sven Alex.

 

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