Eröffnung vom Porta-Möbel in Mahlsdorf:

Die Rabattschlacht hat begonnen

18.05.2017, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding

Mahlsdorf. Mit der Eröffnung des neuen Porta-Einrichtungszentrums in Mahlsdorf hat am Donnerstag (18. Mai) auch eine Rabattschlacht zwischen den Möbelhäusern begonnen. Bis zu 70 Prozent Preisnachlass werden Kunden derzeit in Werbeprospekten und Zeitungsanzeigen versprochen, vor Ort locken die Anbieter mit besonders vermeintlich günstigen Polstergarnituren, Einbauküchen oder Wohnzimmereinrichtungen. „Natürlich ist der Möbelmarkt hart umkämpft, aber Sie dürfen sich sicher sein, dass wir diesen Kampf gewinnen werden“, sagt Silvia Jannaschk, die Vertriebsgeschäftsführerin Ost von Porta.

Seit Wochen wirbt Porta in der ganzen Stadt und bis weit ins Umland für „Berlins schönstes Möbelhaus“ – eine klare Ansage vor allem an die Krieger-Gruppe, zu der neben Höffner-Filialen auch Möbel Kraft und die Billigkette Sconto gehören. Möbel-Urgestein Kurt Krieger galt bislang als Platzhirsch im hauptstädtischen Möbelgeschäft, musste sich allenfalls über die Expansion des schwedischen Möbelgiganten Ikea ärgern. Neun Standorte betreibt Krieger derzeit in Berlin und dem nahen Umland, im August soll mit dem neuen Haus in der Landsberger Allee das größte Einrichtungszentrum der Unternehmensgruppe hinzukommen. Porta hingegen war bisher in der Hauptstadtregion nur in Postdam vertreten. Seit der Eröffnung der Filiale im Jahr 2008 gibt es jedoch Pläne, auch in Berlin Fuß zu fassen. Nach zähen und langwierigen Verhandlungen erwarb das familiengeführte Unternehmen das Areal in Alt-Mahlsdorf, auf dem auch Dependancen der Porta-Discountmarke „BOSS“, ein Hammer-Raumausstatter-Fachmarkt und ein Fliesen-Discount entstanden – in nur zehn Monaten Bauzeit. Porta ließ kaum eine Ecke in der Stadt und in Brandenburg aus, um auf die Neueröffnung hinzuweisen. Werbeplakate fanden sich sogar an Zäunen privater Grundstücksbesitzer, nahezu alle Radiosender kündigten die Neueröffnung an und so manche Tageszeitung, die unter Auflagenschwund leidet, fand in Porta einen neuen Werbekunden. Bis zu 20.000 Kunden erwartet Porta an den Eröffnungstagen, danach soll sich deren Zahl auf rund 10.000 am Tag belaufen. „Unser Ziel war ein Möbelhaus, von dem die Kunden sagen, dass sie dort unbedingt hinmüssen“, sagt Porta-Vertriebschefin Silvia Jannaschk. Mehr als 80 Prozent der angebotenen Produkte sei Planungsware, „die individuell auf die Bedürfnisse der Kunden anpasst wird“. Ganz selbstbewusst sagt Jannaschk: „Wir haben alles da!“ Und Porta will es nicht bei einem Standort in Berlin belassen. „Berlin verträgt mindestens ein bis zwei weiterer dieser Möbelhäuser“, erklärt Uwe Hölzer, der Geschäftsführer von Porta-Möbel. Wo konkret diese in Berlin angesiedelt werden sollen, lässt Hölzer offen.

Konkurrenz und Rabatte

Dass die Konkurrenz den neuen Nachbarn nicht mit offenen Armen begrüßt, war zu erwarten. Stattdessen versuchen Anbieter wie Höffner oder Roller, Kunden mit eigenen Rabattaktionen zu halten. Während Höffner aktuell mit „Deutschlands bester Preis“ wirbt, verspricht Roller eine Tiefpreisoffensive mit angeblichen Ersparnissen von bis zu 60 Prozent. Kein Zufall sind zudem Werbeplakate von Roller in Porta-Nähe, die noch einmal zehn Prozent Rabatt unter den Preisen des neuen Wettbewerbers in Aussicht stellen. Die Roller-Filiale befindet sich gerade einmal rund 400 Meter Luftlinie vom neuen Porta-Haus entfernt. Verluste dürfte keines der Unternehmen machen. Branchenangaben zufolge gibt es bei Möbeln eine Gewinnspanne von bis zu 300 Prozent.

Dass die Bundesstraße 1/5 in Mahlsdorf zu einer Möbelmeile avanciert, kann Marzahn-Hellersdorfs Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) ausschließen. Sie sei froh, dass Porta nach zähem Ringen mit dem Land Berlin in Mahlsdorf bauen konnte. Weiteren großflächigen Einzelhandel wird es aber nicht geben. Allerdings haben bestehende Standorte Bestandsschutz. Dazu gehört der seit gut einem Jahr geschlossene OBI-Markt in Mahlsdorf. Der CDU-Abgeordnete Mario Czaja fand heraus, dass der Eigentümer die Immobilie für einen Teppich- und Fliesenmarkt zur Verfügung stellen will. Bezirksbürgermeisterin Pohle sieht in der Porta-Eröffnung eine Bereicherung, vor allem für die Kunden. „Die mussten bislang in Richtung Innenstadt fahren oder die Angebote eines einzigen Unternehmens (Krieger-Gruppe, Anm. d. Redaktion) nutzen.“ Erfreulich ist für Pohle, dass auch 300 Arbeitsplätze entstanden. Unklar ist bislang, wie es mit dem Höffner-Standort an der Märkischen Allee weitergeht. Sobald Höffner in der Landsberger Allee öffnet, soll der Markt in Marzahn schließen. Kurt Krieger kündigte zwar eine Nachnutzung an. „Bislang fehlt uns aber jede verbindliche Aussage“, sagt Dagmar Pohle. Sie werde sich daher noch einmal direkt an Höffner wenden.

Schöbel und Möbel

Porta will nun erst einmal kräftig feiern. Freitag und Sonnabend ist von 9 bis 21 Uhr geöffnet; Sonntag von 13 bis 18 Uhr. Geplant ist ein großes Kulturprogramm. Unter anderem tritt Sonntag um 15 Uhr der in der DDR bekannt gewordene Schlagersänger Frank Schöbel („Heißer Sommer“, „Wie ein Stern“) auf. Nach dem Eröffnungswochenende plant Porta, sich mit Kulturveranstaltungen und Kochevents von der Konkurrenz abzuheben. Zudem soll die Region auch von dem für Porta bekannten sozialen Engagement profitieren. 30 Vereine und Organisationen werden mit Geld- und Sachspenden unterstützt. Vor wenigen Tagen spendete Porta zudem drei Transporter an Vereine in Berlin und Brandenburg.

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden