Preis für Väter und andere engagierte Männer

Der „KienBär“

29.01.2015, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Noch ist der „KienBär“ ein Prototyp: Ein 25 Zentimeter hohes Bärchen mit Knopfaugen und Löffelohren, der trotz seiner harten stählernen Hülle wie ein Knuddeltier aussieht. Gefertigt wurde es von Kerta von Kubin und Claudio Greco aus der Kunstwerkstatt Marzahn. Am 11. Juni sollen im großen Saal der Alten Börse Marzahn drei dieser kleinen Skulpturen an engagierte Väter und Männer aus dem Bezirk verliehen werden. Vorschläge für diese Auszeichnung werden ab sofort entgegengenommen.

„Spitzenvater“ aus Biesdorf
Erdacht haben sich diesen „Männerpreis“, der erstmals in einem Berliner Bezirk verliehen wird, Männer und Frauen aus dem „Aktionskreis KienBär“. Darin wirken unter anderem Juliane Witt (Linke), Marzahn-Hellersdorfs Stadträtin für Jugend und Familie, sowie Thomas Scholz, der Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnungsgenossenschaft Marzahner Tor, mit, aber auch Anett Dubski vom Netzwerk Alleinerziehende, der Familienberater Martin Schönicke vom pad e.V. sowie Norman Heise, Vorsitzender des Bezirkselternbeirats Kita. Auch Christoph Mönnikes aus Biesdorf, Vater von vier Kindern im Alter von drei bis zwölf Jahren, ist dabei. 2013 war er zum „Spitzenvater des Jahres“ mit einem von einer Großbäckerei ausgelobten bundesweiten Preis ausgezeichnet worden. Denn Mönnikes, Controller bei einer großen Firma, kümmert sich zu Hause in Elternzeit um die Kinder, während seine Frau, BVG-Chefin Sigrid Nikutta, arbeiten geht. „Wir haben das ganz pragmatisch entschieden“, sagt er.

Auch für Erzieher und Unternehmen
Es gehe darum, mit dem Preis das Engagement von Männern für Familien zu ehren – und damit Beispiele für andere zu geben, sagte die Familienstadträtin bei der Vorstellung der Initiative am Mittwoch, 28. Januar, in der Braustube der Alten Börse. Nicht nur tolle Väter oder Großväter sollten ausgezeichnet werden, sondern ebenfalls Männer, die sich beispielsweise in Vereinen um Kinder kümmern, oder Unternehmen, die besondere Familienmodelle wie längere Elternzeiten bei Männern oder Alleinerziehende unterstützen. Auch auf Männer, die als Erzieher in Kitas oder anderen Einrichtungen wirken, solle durch den „KienBär“ aufmerksam gemacht werden. Denn noch liegt die Erziehung vor allem in weiblicher Hand, männliche Vorbilder sind jedoch ebenso wichtig. Vielleicht hilft ja eine solche Preisverleihung, die jährlich stattfinden soll, künftig mit, mehr männliche Bewerber für Erzieherberufe zu interessieren.

Bezirk mit den meisten Alleinerziehenden
Anett Dubski sagt, dass im Bezirk fast die Hälfte aller Haushalte mit Kindern, insgesamt 10.000, als alleinerziehend gelte. Das sei nicht nur berlin-, sondern auch deutschlandweit die höchste Anzahl Alleinerziehender in einer Kommune. Die Hälfte von ihnen lebt vom Arbeitslosengeld oder Hartz IV. Durchschnittlich gibt es in solchen Familien in Marzahn-Hellersdorf 2,3 Kinder. Die größte Zahl der Alleinerziehenden ist weiblich. Der Anteil allein erziehender Väter beträgt 9,1 Prozent.

Jemand zum Anlehnen
„Wir wollen zeigen, dass im Bezirk Menschen nach verschiedenen Modellen leben und arbeiten können“, sagt Thomas Scholz. Mit dem Preis wolle man den Partner, den Mann, nun einmal etwas stärker präsentieren – und damit auch andere Männer dazu bewegen, sich stärker für Familien zu engagieren. „Es geht nicht darum, ein Gegengewicht zu den Frauen herzustellen, sondern jedes Engagement für Familien in Marzahn-Hellersdorf ist gewünscht und notwendig.“ Zum Schluss begründet er, warum der Preis ein „KienBär“ ist: Der Kienberg sei mit 102 Metern Marzahn-Hellersdorfs zweithöchste Erhebung, im künftigen IGA-Gelände gelegen – und biete einen guten Überblick. „Und der Bär erinnert vielleicht an einen Vater oder Großvater, jemand zum Anlehnen.“

Vorschläge für den „KienBär“:
per Post: KienBär c/o „Alte Börse“/ZEIT.GUT, Haus 22, Beilsteiner Str. 51–85, 12681 Berlin
per E-Mail: info@kienbaer.de

Weitere Infos:
www.kienbaer.berlin

 

 

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