Hund + Katz

Der Garten lockt

23.07.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

In den Sommermonaten haben wir immer viel Besuch. Denn es grünt und blüht überall in unserem Garten. Deshalb kommen nicht nur Freunde und Verwandte öfter als im Winter, schließlich kann man im Freien gemütlich sitzen und grillen. Auch zahlreiche Vertreter der heimischen Tierwelt lassen sich blicken, manche allerdings erst im Schutz der Dunkelheit. Was Hund Rudi und Kater Winnie immer wieder in helle Aufregung versetzt.

Störende Mümmelreste

An die Bienen und Hummeln im Lavendel haben sich beide schon gewöhnt. Sie kommen ihnen auch nicht mehr zu nahe. Immerhin mussten sie schon mehrfach schmerzhaft erfahren, dass die Summer wehrhaft sind. Oh, wie weh tut so ein Stich in weiche Schnauzen! Die Eichhörnchen aber, die in den letzten Tagen unentwegt junge Kienäpfel benagen und die Reste nicht mal ordentlich entsorgen, sondern diese wie unbelehrbare Chiller im Mauerpark oder an anderen Berliner Freizeit-Hotspots einfach da fallen lassen, wo sie sich gerade aufhalten, sind unseren Haustieren ein Dorn im Auge. Sie mögen es eben, genau wie wir, gern aufgeräumt. Und ehrlich, es macht ja auch nicht wirklich Spaß, beim Sonnenbad auf dem grünen Rasen unentwegt von Mümmelresten der Familie Eichhorn getroffen zu werden. Während Winnie auf Angriff sinnt und wie ein Blitz die gerade in Bearbeitung befindliche Kiefer hinaufsaust, um die Übeltäter zu jagen (die naturgemäß schneller sind als unser schon etwas übergewichtiger Kater), steht Rudi bei Fuß und gibt Laut. Laut, sehr laut. Die Aktion bringt beiden nicht viel: Die Eichhörnchen wechseln flink auf die Tanne beim Nachbarn, für Hund und Katze gibt’s Schimpfe. Was sollen denn die Leute denken, wenn bei uns solch ein Radau ist?

„Ein Diieb, eiiin Diiiieb!“

Noch viel mehr Lärm herrscht manchmal am Abend, wenn Rudi noch mal kurz eine Stippvisite im Garten unternimmt. Denn im Schutz der Dunkelheit kommt dann gern der dicke Igel, der eigentlich zwei Gärten weiter im Komposthaufen wohnt. Unter den Sträuchern liegende Beeren, später im Jahr auch Fallobst vom Apfelbaum – was will ein Igelherz mehr? Rudi dreht durch: „Ein Diieb, eiin Diiieb“ kläfft er mit sich überschlagender Stimme, die, wir sagten es an dieser Stelle schon einmal, dann ausgesprochen an den einstigen DDR-Staats-und Parteichef erinnert. Wir schämen uns für unseren Mitbewohner, der eiligst wieder in die Wohnung zitiert wird.

Da liegt schon Kater Winnie schläfrig beim ARD-Sommer-Dreifachwiederholungsprogramm. Der hat schon seine Lektion weg wegen des putzmunteren Mäuschens, das er heimlich ins Schlafzimmer schmuggeln wollte. Turbulente Jagd mit Besen und Schrubber geglückt, Maus aus- und Kater eingesperrt. Der hat wie der Hund jetzt Stubenarrest bis zum nächsten Morgen.

Am nächsten Tag beginnt das Spiel von vorn

Die Tiere sind’s dennoch zufrieden. Denn draußen ertönt derweil ein krächzendes Bellen und Jaulen. Nein, keine Wölfe, wir sind schließlich nicht bei unserem Kollegen in Brandenburg. Aber der Fuchs zieht seine Runde. Dem zu begegnen, darauf legen Winnie und Rudi absolut keinen Wert. Und auch der Igel (wir haben mit Taschenlampe bewaffnet, noch einmal nachgeguckt) bleibt sicherheitshalber zunächst noch eine dicke Kugel mit wehrhaften Stacheln. Später wird er weiterziehen in seine Kompost-Wohnung und sich wie wir und unser tierischer Anhang zur Ruhe legen. Auch die Eichhörnchen träumen schon im Kiefernwipfel von leckeren Zapfen. Alle sammeln Kraft für den neuen Tag, wenn das Spiel von vorn beginnt…

 

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