Kommentar zum Hubertusbad

Den Versuch wert

04.02.2014, Birgitt Eltzel

Es ist ein bestechender Gedanke: Eine Genossenschaft kauft, saniert und betreibt das seit mehr als 20 Jahren vor sich hin gammelnde Stadtbad Lichtenberg, sucht sich dazu Finanziers, Kooperationspartner und Investoren. Geht nicht?

In anderen Ecken der Stadt wird schon gezeigt, dass so etwas durchaus funktionieren kann, zum Beispiel beim Möhrchenpark an der Spree in Friedrichshain. Den will die Holzmarkt-Genossenschaft entwickeln, ein Gelände für Kultur, Gastronomie und Kreative soll entstehen, einige Hundert Studentenwohnungen ebenfalls. Auch Hausprojekte, die junge Leute gemeinsam mit dem gemeinnützigen Mietshäuser Syndikat verwirklichen, gibt es in der Hauptstadt – einige davon auch in Lichtenberg.

Möglich macht dies eine neue Liegenschaftspolitik, die für Berlin verabredet wurde. Danach soll städtisches Eigentum vom Liegenschaftsfonds nicht mehr gegen Höchstgebot an irgendwelche, manchmal auch dubiose, Investoren gehen, sondern an den Bewerber mit dem besten Konzept. Kriegt die Genossenschaft bis zur erneuten Ausschreibung des Hubertusbades in diesem Frühjahr ein stichhaltiges Finanzierungs- und Betreiberkonzept hin, könnte das ein erster Hoffnungsschimmer sein.

Den Versuch ist es jedenfalls wert, auf diese Weise eines der schönsten Berliner Bäder zu retten. Wenn Kommunalpolitiker dabei noch ihre parteipolitischen Befindlichkeiten hintenanstellen könnten und alle an einem Strang ziehen würden – vielleicht könnte dann schon in einigen Jahren wieder im Stadtbad Lichtenberg geschwommen werden.

 

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