Freizeitforum zeigt geheimnisvolle Maske

Dahlemer Museumskunst in Marzahn

29.06.2016, Marcel Gäding

Fotos: Marcel Gäding

Marzahn. Im Haupteingang des Freizeitforums Marzahn ist bis zum 2. Juli eine Kopie der sogenannten Nulis-Maske zu sehen. Das Exponat stammt aus der Sammlung des Ethnologischen Museums. Die Aktion von Studierenden der Technischen Universität hat einen durchaus ernsten Hintergrund.

Die steht sie also, gut bewacht hinter einer Absperrung und geschützt durch das Glas einer Vitrine: die Nuris-Maske, beziehungsweise eine Kopie davon. Sie kam 1883 nach Berlin und ist für gewöhnlich in der Nordamerika-Ausstellung des Ethnologischen Museums Dahlem zu sehen. Normalerweise. Denn nach und nach werden in dem Haus die Kisten gepackt, um 2019 in das wieder aufgebaute Stadtschloss zu ziehen. Dort wird auch das Ethnologische Museum im neu geschaffenen Humboldt-Forum eine Heimat finden. Die Nulis-Maske stammt von der Westküste Kanadas. Sie symbolisiert im geschlossenen Zustand die Verärgerung über Rivalen, im geöffneten Zustand verkörpere sie Großzügigkeit und Gastfreundschaft, wie die Studierenden erklären. Marzahn-Hellersdorfs Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) sieht in der Maske etwas Symbolisches. „Nämlich, wie wir mit Fremden umgehen.“

Dass ausgerechnet eine von dem Stamm Kwakwaka’wakw an der Westküste Kanadas gefertigte Maske in Marzahn präsentiert wird, hat einen ernsten Hintergrund. Studierende der Fachrichtung Stadt- und Regionalplanung wollen mit der Aktion eine Diskussion darüber anregen, wie ein möglichst breites Publikum Zugang zu Kunst erhält. Die Nulis-Masker diene dazu als Botschafter-Objekt. „Wir setzen uns dafür ein, dass das Humboldt Forum ein Ort wird, der für alle Menschen attraktiv und interessant ist“, heißt es dazu von den Studierenden. Und weiter: „Es stellt sich die Frage: wird dies wirklich eine neue Mitte für alle?“ Sie würden sich wünschen, dass alle Menschen den gleichen Zugang zu Museen haben, erklären die Studierenden ihre Idee. Das solle unabhängig vom Einkommen, dem sozialen Status, dem Bildungsgrad und der Herkunft geschehen. „Wir betrachten Museen als Orte, die allen Bürgern der Stadt gehören“, sagt Philipp Häusler, Student im vierten Semester. Für ihn sei es wichtig, dass Menschen, die kritische Fragen haben, in Prozesse eingebunden würden. „Das ist eine tolle Idee, die Maske im Berliner Stadtraum auszustellen“, sagt dazu Dr. Richard Haas, der stellvertretende Direktor des Ethnologischen Museums.

Unter dem Motto „Das Humboldt Forum kommt nach Marzahn“ sind rund um die kürzlich enthüllte Maske – davon gibt es weltweit nur noch drei Exemplare – zahlreiche Veranstaltungen geplant. Am Mittwoch (29. Juni) geht es im Freizeiforum um 19 Uhr um die Frage, wie es um die kulturelle Teilhabe bestellt ist. Auf dem Podium sitzt unter anderem Prof. Dr. Dr. hc. mult. Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Das komplette Begleitprogramm findet sich im Internet.

http://www.articipate.de/marzahn

 

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