Mit dem wärmeren Wetter zieht die IGA immer mehr Besucher an

Cocktails auf dem Wolkenhain

13.06.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Marzahn-Hellersdorf. Vor genau zwei Monaten, am 13. April, wurde die Internationale Gartenausstellung (IGA) Berlin 2017 eröffnet. Nach einem kalten, verregneten April und einem Mai mit durchwachsenem Wetter zieht die Schau nun immer mehr Besucher an. Die genaue Anzahl der Gäste will die IGA Berlin GmbH zwar erst zum Bergfest – der Halbzeit der 186 Tage andauernden Ausstellung – angeben, aber der Trend geht eindeutig nach oben. So wurden allein am Wochenende 13./14. Mai rund 25.000 Besucher gezählt. Eine der besucherstärksten Veranstaltungen in der Arena war laut Angaben des Veranstalters die „Kunst des Lachens“ mit Dr. Eckart von Hirschhausen mit fast 5.000 Gästen. Auch die Sportwoche mit dem Höhepunkt Mazda-IGA-Lauf mit Joey Kelly am Sonntag, 11. Juni, wurde gut angenommen. Den IGA-Campus zur Umwelterziehung mit 2.500 Veranstaltungen besuchen täglich zwischen 500 bis 600 Kita- und Schulkinder. Wegen der großen Nachfrage wurde laut Pressesprecherin Sabine Wacker das Programm dort noch einmal aufgestockt. Positiv entwickelt hat sich der Verkauf von Dauerkarten, bereits rund 30.000 wurden verkauft.

Die Rosen blühen

IGA-Geschäftsführerin Katharina Lohmann sagt: „Wir merken, wie sehr die Menschen sich auf wärmere Tage gefreut haben und nun natürlich zahlreicher als an den kalten und verregneten Tagen im April und Mai die IGA genießen. Der lang ersehnte Sommer ist wohl da, wir sehen es an unseren Rosen. Diese herrlichen lauen Abende sollte man beim Sundowner auf dem Wolkenhain ausklingen lassen, immer donnerstags bis samstags von 18 bis 21 Uhr mit Cocktails und Musik.“ Die Seilbahn, die ja auch auf dem Kienberg hält, fährt dann zum letzten Mal um 21.30 Uhr.

Befürchtetes Verkehrschaos ist ausgeblieben

Ausgeblieben ist das vor der Schau befürchtete Verkehrschaos. Nach Einschätzung des Veranstalters kommen die meisten Besucher, wie erwartet, mit der U-Bahn. Auch der temporäre Parkplatz an der L33, wo 4.000 Fahrzeuge Platz finden und die Autofahrer mit einem regelmäßig verkehrenden Shuttlebus zum IGA-Haupteingang befördert werden (7 Euro Parken/Shuttle), werde gut angenommen und biete auch an besucherstarken Tagen viel Platz.
Knöllchen für Falschparker mussten bisher nicht übermäßig viele verteilt werden, sagt Stadtrat Johannes Martin (CDU), der auch für Ordnungsaufgaben verantwortlich ist. Mit Stand 5. Juni waren es im direkt der IGA gegenüberliegenden Wohngebiet Landsberger Tor (Parkzone) 2.064 seit der Eröffnung der Schau, in den übrigen sieben Anwohnerschutzzonen 4.491. „Diese Zahlen sind weit von einzelnen Vergleichstagen (beispielsweise Kirschblütenfest in den Jahren 2013 bis 2016) entfernt. Nichtsdestotrotz kann nicht ausgeschlossen werden, dass es zu zusätzlichem Parksuchverkehr in den Anwohnergebieten kommt. Die Konzeption konnte allerdings auch am Landsberger Tor zumindest sicherstellen, dass der Besucherverkehr nicht überhand nimmt“, sagt der Stadtrat.

BSR elektromobil unterwegs

Neu ist, dass die Berliner Stadtreinigung (BSR) auf dem IGA-Gelände für Sauberkeit sorgt. BSR-Geschäftsführerin Dr. Tanja Wielgoß hatte am Freitag, 9. Juni, das Konzept vorgestellt. Rund 160 Papierkörbe wurden für Kleinabfälle aufgestellt, davon 60 mobile Behälter von der BSR. Diese sind nicht fest verankert, sondern können je nach Bedarf, beispielsweise bei Veranstaltungen, dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht werden. BSR-Mitarbeiter sorgen mit zwei speziell ausgestatteten Elektro-Lastenrädern und einem Elektro-Roller für die Abfallbeseitigung. Tanja Wielgoß hat sich auch schon selbst aufs Lasten-Pedelec geschwungen: „Am Anfang ist es ganz schön schwierig mit der Tonne vorn und den drei Rädern mit Neigungswinkel“, sagt sie. Die Männer und Frauen in Orange seien aber Profis: „Unsere Kollegen sind in den ersten sechs Wochen schon 2.200 Kilometer geradelt und haben mir versichert, dass die Arbeit auf dem Rad und gerade hier auf dem IGA-Gelände nicht nur sinnvoll ist, sondern auch Spaß macht.“ Die BSR teste die e-mobilen Arbeitsgeräte für die Reinigung vor allem in Parks und Forstgebieten.

Vogelhäuschen aus Tetrapacks

Wie berichtet, reinigt die BSR in einem Pilotversuch seit 2016 zwölf Parks in der Hauptstadt. Die IGA ist als 13. dazugekommen. „In Marzahn-Hellersdorf war bisher noch kein Park dabei“, sagt die BSR-Chefin. Der Pilotversuch läuft bis Ende 2017, auf der IGA wird er allerdings bereits mit dem Ende der Schau am 15. Oktober abgeschlossen.
Die BSR ist aber nicht nur mit ihren Saubermännern und -frauen auf der IGA vertreten, sondern auch mit der begehbaren Architekturskulptur „Sammlers Traum“ an der Kienbergpromenade. In dem Häuschen mit drei Dächern aus Recyclingmaterialien auf dem IGA-Campus kann man sich Anregungen zur Abfallvermeidung und -verwertung (Vogelhäuser aus Tetrapacks, Hocker aus Restholz, durchaus sehenswerte Blumenbehälter aus alten Konservendosen etc.) holen. Bis zum Herbst finden zudem mehr als 150 Workshops mit Kindern und Jugendlichen statt. Die Betreuung von „Sammlers Traum“ erfolgt durch ein Kernteam und wechselnd rund 130 BSR-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Barenboim dirigiert Europa

Die nächsten Höhepunkte: Am kommenden Sonntag, 18. Juni, findet ab 14 Uhr in der Arena das 6. Klimakonzert des Orchesters des Wandels, eine Initiative von Musikerinnen und Musikern der Staatskapelle Berlin, unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim statt. Mit dem Programm unter dem Motto „Europa“ soll die musikalische Vielfalt des Kontinents zum Klingen gebracht werden. Als Beitrag aus England wird der March Nr. 1 aus „Pomp and Circumstances“ von Edward Elgar gespielt, Italien ist mit der Ouvertüre zu „La forza del destino“ von Giuseppe Verdi vertreten, Tschechien mit „Vltava“ („Die Moldau“) aus dem Zyklus „Ma vlást“ („Mein Vaterland“) von Bedřich Smetana, und als Beitrag zu Ungarn erklingt der Ungarische Tanz Nr. 1 von Johannes Brahms. Darüber hinaus stehen Werke von Georges Bizet, Johann Strauss, Richard Wagner, Peter I. Tschaikowsky, Edvard Grieg und Maurice Ravel auf dem Programm. Für das Konzert ist eine zusätzliche Platzkarte (15 Euro ) erforderlich.

Keine zusätzliche Platzkarte braucht es, wenn am Sonnabend, 24. Juni, von 17.30 bis 18.45 Uhr in der Arena der weltberühmte Dresdener Kreuzchor zum Abschluss des christlichen Klang-Farben-Festes auftritt – nicht nur mit klassischem Liedgut, sondern auch mit Arrangements klassischer Popsongs.

IGA Berlin 2017 vom 13. April bis 15. Oktober. Eintritt 20 Euro Erwachsene, Kinder (7 bis 17 Jahre) 5 Euro, Dauerkarte 90 Euro. Haupteingänge: Kienberg (Hellersdorfer Straße, direkt gegenüber U-Bahnhof Kienberg), „Gärten der Welt“ (Blumberger Damm). Dort befinden sich auch die Seilbahnstationen.

Weitere Infos zu Preisen und Programm:
www.iga-berlin-2017.de

 

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