Grünes Licht für Berlins größtes Industrie-Areal

CleanTech Business Park eröffnet

03.09.2015, Volkmar Eltzel

Fotos: Marcel Gäding (1), Volkmar Eltzel (2-14). Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Marzahn. Mit dem 90 Hektar großen CleanTech Business Park (CTP) wurde am Mittwoch, 2. September, an der Bitterfelder-/Hohenschönhauser Straße, auf dem Gelände des ehemaligen Klärwerks Falkenberg, Berlins größtes Industrie-Areal feierlich eingeweiht. Als erstes Haus am Platze wurde der Informationspavillon an der Erschließungsstraße „Am Cleantech Business Park“ eröffnet (obwohl seine Fassade noch nicht ganz fertiggestellt ist). Christian Gräff (CDU), Bezirksstadtrat für Wirtschaft und Stadtentwicklung, Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, Henner Bunde, Staatssekretär der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung sowie Jörg Simon, Vorstandsvorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, betätigten gemeinsam den symbolischen Startbutton für den Park und enthüllten damit zugleich das Gebäude.

Vom Abriss zur neuen Industriefläche
Es ist bisher auch das einzige, denn die Flächen für emissionsarmes produzierendes und verarbeitendes Gewerbe, für erneuerbare Energien, Mobilität und nachhaltige Wasserwirtschaft dürfen laut Förderrichtlinien erst ab 1. Januar 2016 an Investoren verkauft werden, dann, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind. 37,3 Millionen Euro wurden bisher für die Erschließung des Standortes ausgegeben, davon 33,6 Millionen Euro EU- und Bundesfördermittel zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW), der Rest sind Mittel des Landes Berlin. Damit wurden unter anderem 37.000 Kubikmeter Bauschutt aus den Abbrüchen der früheren 63 Gebäude abtransportiert oder vor Ort wiederverwertet. Insgesamt waren es 226.000 Tonnen Abbruchmaterial, rund 10.000 LKW-Ladungen. Die einstigen Klärwerksanlagen sind verschwunden, der Boden ist –wo es erforderlich war – saniert. Dazu wurden 68.000 Kubikmeter Erde angeliefert. Die Mittel sind aber auch beispielsweise in die Errichtung einer Anlage zur Ableitung von Regenwasser, in Straßen- und Leitungsbau (18.500 Meter Leitungen wurden ausgebaut) die Verlegung einer Heiztrasse und von Leerrohren für die Telekommunikation und Energieversorgung geflossen. Vieles ist erreicht seit den ersten Überlegungen von 2008 zur Schaffung eines Standortes der Branche für erneuerbare Energien. „Allein die Machbarkeitsstudie von 2008 füllt acht Aktenordner“, sagte Bezirksstadtrat Gräff. In seiner Eröffnungsrede ließ er die Erschließung des Gebietes noch einmal Revue passieren. Nachdem 2009 ein Bebauungsplanverfahren eröffnet und 2010 ein Besitzüberlassungsvertrag mit den Berliner Wasserbetrieben unterzeichnet worden war, erfolgte im Juni 2012 der erste Spatenstich. Nicht die gesamten vom Senat freigegebenen Mittel von 48 Millionen Euro benötigte man, es gab weniger Altlasten als vermutet.

Konkrete Anfragen seit Mitte 2015
Der Stadtrat gibt sich optimistisch, was den Verkauf anbelangt. „Mit schätzungsweise 60 bis 70 Euro je Quadratmeter können wir einen Preis für hochwertige Industrieflächen anbieten, der sehr wettbewerbsfähig ist“, sagte er. Bewusst habe man auf kleinteilige Erschließung verzichtet. Investoren könnten 10.000 Quadratmeter oder auch 100.000 erwerben. Ein Industriegebiet, „auf dem man fast alles machen kann“, mitten in Berlin, das sei neu. Die bereits in der Umgebung ansässigen Unternehmen, die gute Vernetzung innerhalb Berlins und nach Brandenburg und die gute Anbindung an die Landstraße 33, die B 158 sowie an den Autobahnring, führte Gräff unter anderem als weitere gefragte Standortvorteile an. Einmalig in Berlin sei auch eine Schutzzone auf dem Areal, „für Unternehmen mit sensiblen Verfahren, Produkten und Materialien“. Tangentialverbindung Ost (TVO) und Flughafen würden bei Interessenten eine nicht ganz so große Rolle spielen. Etwa seit Mitte dieses Jahres gebe es ganz konkrete Anfragen von Investoren, so Gräff, vornehmlich aus Deutschland, aber auch aus Osteuropa und darüber hinaus. An dem neuen Industriestandort könnten bis zu 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Dank für großes Engagement
Der Wirtschaftsstadtrat dankte allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen aus dem Bezirksamt, der Senatsverwaltung und der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH für die geleistete Arbeit. „Durch ihr Engagement konnten wir einen der wichtigen Zukunftsorte Berlins entwickeln“, sagte er. Nun gelte es, sich so aufzustellen, dass bei Interesse von Investoren auch zügig reagiert werden könne.

Zu den Gästen der Veranstaltung zählten unter anderem auch die Bezirksbürgermeisterin Lichtenbergs, Birgit Monteiro (SPD), Lichtenbergs Bezirksstadtrat und Stellvertretender Bürgermeister, Dr. Andreas Prüfer (Linke), Marzahn-Hellersdorfs Bezirksstadträtin für Jugend, Familie, Weiterbildung und Kultur, Juliane Witt (Linke), die Bundestagsabgeordnete für Lichtenberg, Gesine Lötzsch (Linke) sowie zahlreiche Abgeordnete, Bezirksverordnete und Vertreter von Unternehmen sowie von Wirtschaftsverbänden der Region. Nach der Eröffnung fand im Veranstaltungszelt vor Ort die CleanTech Industriekonferenz, der 11. Wirtschaftspartnertag Berlin eastside statt. Schwerpunkte der Konferenz waren die Chancen, Risiken und Herausforderungen der Cleantech-Branche, global, national und regional.

 

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