Bündnis für Wohnen verlängert

02.03.2018, Volkmar Eltzel

Lichtenberg. Das 2012 gegründete „Bündnis für Wohnen im Bezirk Berlin-Lichtenberg“ wird fortgesetzt. Am Donnerstag, 1. März, wurde im Rathaus die Vertragsverlängerung bis mindestens zum Jahr 2021 unterzeichnet. Wie es in einer Pressemitteilung des Bezirkes heißt, habe sich die Zusammenarbeit zwischen dem Bezirksamt und den in Lichtenberg aktiven Wohnungsbaugesellschaften und –genossenschaften sowie Akteuren der Immobilienwirtschaft bewährt. Mit dem Bündnis solle der Wohnungsbau sozial verträglich beschleunigt werden. Die Partner wollen so in Lichtenberg mehr als 6.300 Wohnungen bauen, etwa 10 Prozent davon barrierefrei.

Von Seiten des Bezirks unterschrieben Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke), die Bezirksstadträtin Birgit Monteiro (SPD) und der Vorsitzende des Ausschusses für Ökologische Stadtentwicklung und Mieterschutz, Prof. Jürgen Hofmann (Die Linke) den neuen Vertrag. Vertreter folgender Wohnungs- und Immobilienunternehmen setzten ihre Unterschrift unter die Vereinbarung: HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft, WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg eG, Wohnungsbaugenossenschaft Neues Berlin, Bonava Deutschland GmbH, GPU Gesellschaft für Immobilien- Projektentwicklung und Unternehmensberatung mbH, Papendieck, Rade + Partner Architekturbüro, OFF Immobilien Beteiligungs GmbH und KMLK GmbH.

Die Unterzeichnenden bekräftigen ihre Bereitschaft, attraktives und bezahlbares Wohnen in Lichtenberg aktiv zu gestalten und den Wohnungsneubau zu unterstützen, die Bürgerbeteiligung zu stärken, zur Qualifizierung von Großsiedlungen beizutragen sowie den Klimaschutz und die Energieeffizienz sinnvoll einzubinden.

Freiwillig, aber nicht symbolisch

„Dieses Bündnis ist Real- und keinesfalls Symbolpolitik“, sagte Bürgermeister Michael Grunst. Lichtenberg wachse weiter, allein in den vergangenen zwölf Monaten um weitere 3.000 Menschen. Der Bezirk müsse für die erforderliche Infrastruktur, für Kitas und Schulen sorgen. Die Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung Birgit Monteiro (SPD) betonte, dass der schnell steigende Wohnraumbedarf in Lichtenberg mittlerweile „die größte Herausforderung des Bezirks seit der Wiedervereinigung“ sei. „Wir schwenken vom reinen Wohnungsbau um zu einer umsichtigen Bestandsvergrößerung, die auch die lokalen Bedarfe an sozialer Infrastruktur und Nachbarschaft mit einbezieht“, sagte die Stadträtin.

Wann treten Deutsche Wohnen und Akelius bei?

So wie bei seiner Gründung 2012 ist das Bündnis auch heute eine freiwillige Verpflichtung der Mitglieder. Damals hatten die beteiligten Unternehmen ihren Willen bekundet, mögliche Mietpreissteigerungen zu beschränken und dazu Mietpreisspannen vereinbart. Etwa 10 Prozent der neuen Wohnungen sollten ALG-II-fähig, rund 20 Prozent in Anlehnung an den Mietspiegel für Neubauvorhaben ausgerichtet sein. Mieterhöhungen im Bestand sollten sich an der realen Erhöhung der Lebenshaltungskosten ausrichten. Die Umlage bei Modernisierungsmaßnahmen wollte man an der ortsüblichen Vergleichsmiete und der Mieterstruktur ausrichten.

Viele Bewohner, zum Beispiel im Weitlingkiez, befürchten Luxussanierungen und nachfolgende Mietpreissteigerungen, die sie sich nicht mehr leisten können (LiMa+ berichtete). Die dortigen Haupteigentümer, Deutsche Wohnen SE und die Akelius GmbH sind dem Bündnis bisher nicht beigetreten.

 

 

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