Baum für Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefällt

Biesdorfer Tanne für die City-West

14.11.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Biesdorf. Mit 17 Metern Höhe ist die Nordmanntanne, die den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche schmücken wird, zwar nicht der größte Baum der Berliner Weihnachtsmärkte, mit Sicherheit aber einer der schönsten – gut gewachsen, mit kräftigen Ästen und keinerlei kahlen Stellen. Am Montagmorgen, 13. November, wurde der Weihnachtsbaum für die City-West im Biesdorfer Eigenheimgebiet nahe der Oberfeldstraße gefällt. Er brachte 1,2 Tonnen auf die Waage. Während das Fällen durch die Männer der Tischlerei Hellmer höchstens fünf Minuten brauchte, gestaltete sich das Verladen mittels Kran auf einen Spezialtransporter durch die Firma Lex Baulast und Schwertransporte etwas komplizierter. Denn der Baum musste nicht nur vorsichtig senkrecht vom Grundstück in die Höhe gehoben werden, er musste auch in die Waagerechte ohne dass Äste beschädigt wurden. Es war eine Zentimeterarbeit, denn in der engen Siedlungsstraße wachsen große Laubbäume und stehen Laternen. Nach einer reichlichen Dreiviertelstunde war das aber auch geschafft. Die Tanne lag – und wird am heutigen Dienstag, 14. November, ab 10.30 Uhr mit einem besonders gesicherten Schwerlasttransport durch die Stadt bis zum Breitscheidplatz geschafft. Noch an diesem Tag wird sie dort, am angestammten Ort zwischen der Turmruine der Gedächtniskirche und der Neuen Kirche, aufgestellt und in den nächsten Tagen geschmückt.

Von einer Familie gespendet

Ausrichter des traditionellen Weihnachtsmarktes ist der Schaustellerverband Berlin. Nachdem es zwischen 2003 und 2010 immer wieder Kritik an den ausgesuchten Bäumen gab – zu hässlich, zu wenig Grün, sogar in der Mitte abgebrochen – wird die Tanne seit einigen Jahren von Berlinern gespendet (und natürlich vorher gründlich in Augenschein genommen). Auch Familie Höser hatte sich beim Schaustellerverband gemeldet. Denn die 36 Jahre alte Tanne in ihrem Garten, die noch die früheren Hausbesitzer gepflanzt hatte, wuchs immer schneller. Die Wurzeln drohten inzwischen die Einfahrt aufs Grundstück zu beschädigen. „Es tut uns zwar leid um den Baum“, sagte Wolfgang Höser, „aber er wurde immer größer.“ Seine Frau Iris hat bereits Pläne für das Stück Land, wo noch bis zum Montagmorgen die Nordmanntanne stand: „Das werden wir neu gestalten“, sagte sie. Ein bisschen Wehmut war dennoch dabei: „Als wir 1999 hierher gezogen sind, sind wir noch auf die Leiter geklettert und haben den Baum selbst illuminiert.“

Auch die Elefanten können sich freuen

Sowohl für den Schaustellerverband als auch für die Familie ist die Spende ein Gewinn. Denn Hösers können sich das Geld für die Fällung sparen, immerhin rund 1.000 Euro. Zudem werden sie vom Verband zum Bummel über den Markt und anschließendem Abendessen eingeladen. Und natürlich sind sie stolz darauf, dass ihr Baum zur Weihnachtszeit einen der prominentesten Berliner Plätze schmückt. Wenn der Markt am 7. Januar schließt, kann sich übrigens noch jemand über die Biesdorfer Nordmanntanne freuen – der nicht mit Chemikalien behandelte Baum wird dann zum Elefantenfutter. Die Tiere im Zoo haben nämlich Weihnachtsbäume zum Fressen gern.

Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche vom 27. November bis 7. Januar 2018. Geöffnet: So-Do 11 bis 21 Uhr, Fr-Sa 11 bis 22 Uhr, Heiligabend 11 bis 14 Uhr, 25./26. Dezember 13 bis 21 Uhr, Silvester 11 bis 01 Uhr, Neujahr 13 bis 21 Uhr.

Weitere Infos zu den Berliner Weihnachtsmärkten hier…

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