In der Mahlsdorfer Flora geht es auch ab Januar weiter

Bezirk betreibt Kunsthaus selbst

15.11.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Mahlsdorf. Obwohl die Agrarbörse Deutschland Ost e.V. sich zum Jahresende vom Kunsthaus Flora verabschiedet, geht der Betrieb in der Einrichtung an der Florastraße 113 auch ab 1. Januar 2018 weiter. „Das Haus bleibt im Fachvermögen Kultur“, sagt Marzahn-Hellersdorfs Kulturstadträtin Juliane Witt (Linke). „Wir werden es künftig selbst als kommunale Einrichtung führen.“ Zunächst sollten die Angebote, die es derzeit dort gibt wie Joga-, Zeichen- und Keramikkurse, weiterhin stattfinden. „Das gewährleisten wir zusammen mit der Agrarbörse, die uns vier der MAE-Kräfte, die im Haus tätig waren, zunächst zur Verfügung stellt.“

Familiengerechte kulturvolle Angebote

Nach der fachbereichsübergreifenden Entscheidung für den Erhalt des Kulturortes in der vergangenen Woche gehe es nun darum, ein grundlegendes Konzept für die Einrichtung zu entwickeln, sagt die Kulturstadträtin. „Wir werden selbst dort Kurse und Veranstaltungen anbieten.“ Sowohl die Volkshochschule (VHS) als auch die Musik – und die Jugendkunstschule könnten dort künftig tätig sein. „Für das Bezirksamt stand zu keiner Zeit eine Veräußerung des Areals auf der Tagesordnung, die soziokulturelle Nutzung für Gemeinwohl ist planerisch gesichert“, betont Witt. Die Aufgabe, in einem Gebiet, in dem viele Familien gerade ihre neue Heimat finden, familiengerechte kulturvolle Angebote zu unterbreiten, werde nun mit allen Unterstützern aus dem Amt gemeinsam angegangen. Angesichts der Herausforderungen im Amt für Weiterbildung und Kultur sei es nicht leicht gefallen, diese Perspektive in Angriff zu nehmen. „Die Stärkung der kommunalen Kultur und das Einbinden der Interessen und Stärken aus dem Stadtteil werden bei der konzeptionellen Planung im Mittelpunkt stehen.“

Bis zum Jahresende „mit voller Kraft weiter“

Bis zum 31. Dezember, wenn der Vertrag mit dem freien Träger Agrarbörse endet, geht es „mit voller Kraft weiter“, sagt Kristina Niemann, die derzeitige Leiterin des Kunsthauses. Am 25. November beispielsweise findet ein Chansonabend statt, am darauffolgenden Tag gibt es die erste Eltern-Kind-ArtNight, am 8. Dezember folgt eine weitere zum Thema „asiatischer Winter“. Das letzte Veranstaltungs-Highlight ist am 15. Dezember das Weihnachtskonzert mit dem Berliner Kinderchor. „Auch die Kurse finden wie geplant statt und wir haben noch zwei Familienfeiern“, sagt Kristina Niemann. „Dazwischen heißt es Inventar sichten und sortieren.“ Während es für das Kunsthaus, dem Niemann in ihrer kurzen Tätigkeit seit Januar dieses Jahres frischen Wind eingehaucht hat, weitergeht, ist die Perspektive für seine Leiterin ungewiss. Die 42-jährige Kulturwissenschaftlerin hatte von der Agrarbörse lediglich einen Vertrag speziell für die „Flora“ und muss sich jetzt einen neuen Job suchen.

Nach 13 Jahren übernimmt Kommune wieder

Das 1938 erbaute Haus in der Florastraße 113 mit dem großen Garten war zu DDR-Zeiten ein Jugendklub, aber schon seit Mitte der 1980er-Jahre wurde es dann für die kulturelle Arbeit genutzt. Nach der Wende diente es als kommunale Kulturstätte, wurde 2005 an zwei freie Träger zur Nutzung übergeben, auf die dann der Verein Agrarbörse folgte. Nun will die Kommune wieder die Verantwortung dafür übernehmen.

Infos über Veranstaltungen bis zum Jahresende:
http://www.agrar-boerse-ev.de/standorte-projekte/marzahn-hellersdorf/kunsthaus-flora/
https://www.facebook.com/kunsthausflora/

 

 

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