Jubiläum Kinderforscherzentrum Helleum mit offener Lernwerkstatt

“Bester außerschulischer Lernort”

10.01.2018, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Hellersdorf. Mehr als 30.000 Kinder und 5.000 Erwachsene haben seit Januar 2013 das Kinderforscherzentrum Helleum an der Kastanienallee 59 besucht. Am gestrigen Dienstag, 9. Januar, wurde dort das fünfjährige Bestehen der bundesweit einmaligen Einrichtung gefeiert – mit einer Forschertheaterbühne und der Vorstellung „Helle und Leum Tüfteltheater“ . Am Nachmittag eröffneten Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) und Schulstadtrat Gordon Lemm (SPD) eine offene Lernwerkstatt, in der sich kleine Forscher ausprobieren konnten. Auch Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke), in Marzahn-Hellersdorf direkt gewählt, kam gratulieren.

„Lernen soll Spaß machen”

„Lernen soll Spaß machen“, sagte Stadtrat Lemm. Und das tue es im Helleum, das der Kommunalpolitiker als „besten außerschulischen Lernort Berlins“ bezeichnete. Die innovative Einrichtung der naturwissenschaftlichen Bildung ist in Zusammenarbeit mit der Alice-Salomon-Hochschule entstanden. Spiritus Rector ist Prof. Dr. Hartmut Wedekind, der wissenschaftliche Leiter des Kinderforscherzentrums, Professor für Frühpädagogik und -didaktik. Kinder von 4 bis 12 Jahren und Erwachsene können in der rund 200 Quadratmeter großen Lernwerkstatt, die nach modernsten pädagogischen Erkenntnissen gestaltet ist, Naturwissenschaften und Technik forschend entdecken und erleben. Zudem bietet das Helleum Qualifizierungen für pädagogische Fachkräfte und Einrichtungen an.

„Boden schätzen“ oder „Wasser marsch!“

Workshops, die dort von Kitas und Schulklassen belegt werden, tragen Namen wie beispielsweise „Boden schätzen“ oder „Wasser marsch!“ ­– und laden dazu ein, physikalische Phänomene und Gesetze spielerisch zu erkunden. Wann ist Wasser heiß? Bei welcher Temperatur bewegt es sich? Wie lange braucht es, um einen Eiswürfel zu schmelzen? Das sind nur einige Fragen, denen die jungen Forscher auf den Grund gehen können, indem sie selbst Hand anlegen, ausgerüstet mit Materialien und Werkzeugen der verschiedensten Art und natürlich mit entsprechender Schutzausrüstung.

Meißeln am 1.000-Kilo-Eisblock

Zur Geburtstagsfeier der Einrichtung zeigten Jungen und Mädchen auch ihre handwerklichen Fähigkeiten. Sie rückten mit Meißeln einem 1.000 Kilogramm schweren Eisblock im Helleum-Garten zu Leibe. Wer Lust hatte, konnte selbst Eisskulpturen gestalten oder auf eine frostige Schatzsuche gehen. Denn in dem Block hatte Ingo Matysiak aus Strausberg, der Events mit Eis gestaltet, 650 Teile Kleinspielzeug und sechs Spielzeug-Yetis eingefroren. Der gesamte Eisbrocken wurde von den Bearbeitern, die trotz frostiger Temperaturen bald ins Schwitzen kamen, allerdings nicht zerkleinert. Das können die Helleum-Besucher in den nächsten Tage noch tun, sagte Matysiak: „Ein solch großer Brocken schmilzt nicht so leicht.“

Bau eines Jugendforscherzentrums beginnt im Sommer

Derzeit wird eine zweite Ausbaustufe des Helleums vorbereitet: ein Jugendforscherzentrum für Schüler ab der siebenten Klasse. Das soll bis zum nächsten Jahr direkt neben dem Kinderforscherzentrum entstehen. Rund 2,4 Millionen Euro Investitionskosten sind bewilligt – 1,7 Millionen Euro kommen von der Europäischen Union, 700.000 Euro steuert das Land Berlin aus sogenannten Stadtumbaumitteln bei. Im Sommer 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen. Geplant ist ein viergeschossiges Gebäude mit einer kleinen Sternwarte auf dem Dach. Eines der Highlights des Jugendforscherzentrums wird ein 10 Meter hohes Foucaultsches Pendel, mit dessen Hilfe die Erdrotation anschaulich nachgewiesen werden kann. „Das gibt es meines Wissens bisher nur einmal in Berlin, im Technikmuseum“, sagt Prof. Dr. Wedekind.

Bildungsangebot von der Kita bis zum Berufseinstieg

Die wissenschaftliche Projektentwicklung  wird vom Institut für Physik der Humboldt-Universität Berlin und der Wilhelm und Else Heraeus Stiftung unterstützt. Wenn das Jugendforscherzentrum fertig ist, kann im Helleum ein modellhaftes, nachhaltiges und kontinuierliches Bildungsangebot von der Kita bis zum Schulabschluss und dem Einstieg in die Berufswelt gewährleistet werden.

 

 

 

 

 

 

 

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