Licht und Schatten am Bahnhof Lichtenberg

Bemühungen um einen Verkehrsknoten

18.04.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Lichtenberg. Auf den ersten Blick macht der Bahnhof Lichtenberg einen modernen und gepflegten Eindruck. Mit S-, U-, Regional- und Fern-Bahn sowie mit Straßenbahn- und Bus-Anbindung in der Nachbarschaft ist er im Bezirk und für Berlin immer noch ein zentraler Verkehrsknoten des öffentlichen Personenverkehrs. In der Empfangshalle versorgen Geschäfte die Reisenden mit den üblichen Utensilien. Seit 2004 wurde der Bahnhof und sein Umfeld, teilweise mit Mitteln aus dem Programm Urban II modernisiert und umgestaltet. Dennoch gibt es Kritik.

Auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Hendrikje Klein und Sebastian Schlüsselburg (Linke) hieß es seitens des Senats, er teile „nicht die Einschätzung, dass die Attraktivität des Bahnhofes Berlin-Lichtenberg seit 20 Jahren stetig abnimmt.“ Das Berliner Eisenbahnverkehrskonzept sehe den Bahnhof jedoch „nicht als Systemerhalt für den Fernverkehr vor“.

Viele Fahrgäste in vielen Zügen in viele Richtungen

Pro Tag frequentieren rund 48.000 Fahrgäste den Bahnhof Lichtenberg. Von hier fahren unter anderem Züge nach Templin, Eberswalde, Strausberg Nord, Ahrensfelde, Potsdam, Wartenberg, Spandau, Werneuchen und Küstrin/Kostrzyn. Täglich werden 17 Zugpaare über die Ostbahn nach Polen angeboten. Noch bis Ende 2018 verbindet an den Wochenenden der Kulturzug Berlin-Lichtenberg und Wrocław. Auch Nachtzüge nach Paris und Moskau starten von hieraus. Einzelne Fernzüge bieten eine Direktverbindung nach Hannover, Frankfurt und Stuttgart an. Wegen Bauarbeiten am Karower Kreuz fahren zwischenzeitlich von Lichtenberg sogar Züge nach Stralsund, Ostseebad Binz und Szczecin Glowny. Sobald der Flughafen Berlin Brandenburg BER in Betrieb geht, sollen zudem Regionalzüge der RB 24 (Eberswalde – Berlin-Lichtenberg – Königs Wusterhausen – Senftenberg) von hier zum Airport fahren. In der Tiefebene wird das Verkehrsangebot mit der U-Bahn der Linie U5 (Tierpark-Alexanderplatz) komplettiert.
Viele Lichtenberger nutzen den Bahnhof als kürzesten Übergang von der Weitlingstraße zur höher gelegenen Alten Frankfurter Allee und als Umsteigemöglichkeit zur Straßenbahn und zum Bus.

Gegen den Leerstand

Trotzdem sei die Deutsche Bahn (DB AG) „…mit der derzeitigen Situation am Bahnhof Lichtenberg nicht zufrieden…“, heißt es in der Senatsantwort. Sie bemühe sich „um eine Verbesserung…“ So werde aktuell aktiv an einer Neuvermietung der Leerstände im Empfangsgebäude gearbeitet, um die Attraktivität des Bahnhofs zu steigern. Dies betrifft vor allem die untere Ebene der Empfangshalle. Im Sommer 2016 wurde u.a. die Fundsachenstelle vom Bahnhof Zoologischer Garten in den Bahnhof Lichtenberg verlegt. Des Weiteren werde der Bahnhof durch Sonderreinigungsmaßnahmen aufgewertet. An der Decke der Eingangshalle wurde ein sogenannter Vogelschutz (ein Netz, die Red.) angebracht, der verhindern soll, dass sich Tauben hier niederlassen und die Halle vollkoten. Saisonale Dekorationen – wie zum Beispiel eine Weihnachtsbeleuchtung – sollen den sonst eher nüchtern wirkenden Bahnhof freundlicher gestalten.

Noch kein Termin für Haltestellenverlegung

Voraussichtlich für 2019 sei die Errichtung eines weiteren behindertengerechten Aufzugs geplant, der von der Zwischenebene des U-Bahnsteigs auf den Regionalbahnsteig führen soll. Die Lautsprecheranlage werde überarbeitet. Angedacht sei ebenfalls eine Verlegung des S-Bahn-Museums vom S-Bahnhof Griebnitzsee in das Empfangsgebäude des Lichtenberger Bahnhofs.

Die unzulängliche Umsteigesituation von den Straßenbahn-Haltestellen der Linien 21 und 37 an der Siegfriedstraße zum Bahnhof wird schon seit Jahren von vielen Bürgern beanstandet. Wie es in der Senatsmitteilung heißt, „wurde mit der Planung begonnen, die Straßenbahn-Haltestelle… näher an den U-Bahnhof-Zugang … zu verlegen.“ Einen Termin dafür gibt es immer noch nicht. Die Bürger würden „zu gegebener Zeit“ auf entsprechenden Veranstaltungen informiert.

 

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