Begegnung mit der Wissenschaft

09.10.2017, Pia Szecki

Biesdorf. Die Biesdorfer Begegnung am Donnerstag, 12. Oktober, wird von Mitgliedern der Leibnizsozietät der Wissenschaften e.V. gestaltet. Diese Gelehrtenvereinigung, vergleichbar einer Wissenschaftsakademie, ist eine freie Vereinigung von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen aus Deutschland und dem Ausland. Sie steht in der Tradition der von Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahre 1700 gegründeten Brandenburgischen Sozietät der Wissenschaften.

In einer öffentlichen Plenarsitzung der Sozietät findet an diesem Tag im Schloss Biesdorf ab 10 Uhr der Vortrag mit anschließender Diskussion „Martin Luther. Historische Leistung, Wirkung und Wertung – 500 Jahre nach Beginn der Reformation“ statt. Der Referent Prof. Dr. Adolf Laube ist Autor zahlreicher Publikationen zur Geschichte des Mittelalters, der Reformation und des Bauernkrieges. Sein Vortrag ist eine herausragende Ergänzung der Veranstaltungen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf zum Reformationsjubiläum.

Auf dem Kolloquium „Historisches und Aktuelles zur Arzneimittelforschung“, ebenfalls im Schloss und öffentlich, kommen ab 13.30 Uhr erstrangige und international bekannte Wissenschaftler zu Wort. Die Professoren Dr. Erhard Göres und Dr. Werner Scheler, Forscher der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR, berichten über „Erfahrungen aus dem Akademie- Industriekomplex Arzneimittelforschung“. Das Moskauer Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Oleg Gomazkow, referiert über Substanzen der Nervenentstehung im Gehirn. Prof. Wolf-Dieter Ludwig setzt sich als Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft mit der wichtigen Frage auseinander, wie bei der Entwicklung neuer Arzneimittel wirkliche Neuerungen und therapeutische Fortschritte erkannt werden können.

Um 17.30 Uhr untersucht Dr. Reinhold Zilch, Historiker für preußische Geschichte und das Mitglied der Leibnizsozietät, in seinem Vortrag „Folgen des Kaulsdorf-Biesdorfer Zuckerrübenanbaus für einen geordneten Umweltschutz“ die historischen Wurzeln der heutigen Umweltgesetzgebung. Der Vortrag findet im Stadtteilzentrum Biesdorf, Alt Biesdorf 15, statt. Auf den Kaulsdorf-Biesdorfer Feldern begann 1782 der Siegeszug des Rübenzuckers. Die neuen Fabriken schufen jedoch Umweltprobleme, die katastrophale Ausmaße annahmen. Auch in den Städten stank das Abwasser zum Himmel. Naturwissenschaftler, Ärzte, Beamte und Industrielle schufen in einem von Misserfolgen und Kontroversen geprägten Prozess mit der Gründung der „Versuchs- und Prüfungsanstalt für Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung“ im Jahre 1901 die Keimzelle des heutigen Bundesumweltamtes und bis heute nachwirkende Grundlagen für geordneten Umweltschutz in Deutschland und anderen Ländern.

Das Veranstaltungsformat Biesdorfer Begegnung organisiert die Stiftung Ost-West-Begegnungsstätte Schloss Biesdorf e.V., unterstützt vom Zentrum für Kunst und öffentlichen Raum (ZKR). Die Vorträge sind öffentlich und kostenfrei. Der Abendvortrag als Teil der Reihe mit der VHS Marzahn-Hellersdorf kostet 4 Euro Gebühr.

 

 

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