Bezirksamt Lichtenberg setzt Mobilitätskonzept und Klimaschutz um

Bald mobil mit Elektrofahrzeugen?

15.02.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Volkmar Eltzel. Zum Vergrößern auf das Hauptbild klicken.

Lichtenberg. „Im Bezirksamt gibt es Überlegungen, künftig die gesamte Fahrzeugflotte der Verwaltung grundsätzlich auf Elektromobilität umzustellen.“ Das sagte Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag, 14. Februar, im Lichtenberger Rathaus. Immerhin verfügen die 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über rund 70 Dienstfahrzeuge, davon 18 Personenkraftwagen und 52 sogenannte Nutzfahrzeuge.

E-Fahrzeuge auf Probe

Derzeit werden im Bereich Regionalisierte Ordnungsaufgaben, den der am 19. Januar durch die Bezirksverordnetenversammlung ins Amt gewählte Bezirksstadtrat Frank Elischewski (AfD) für ganz Berlin verantwortet, bereits entsprechende Fahrzeuge getestet. In Elischewskis Abteilung sind bislang fünf Mitarbeiter im Außendienst dafür zuständig, Fahrzeuge ohne gültige amtliche Kennzeichen in Berlin aufzuspüren und sie anschließend aus dem öffentlichen Straßenland zu beseitigen. Bisher waren sie mit fünf Diesel-betriebenen PKW unterwegs und haben nach Angaben des Stadtrates 2016 immerhin 19.000 Fälle bearbeitet. „Im kommenden November“, so Elischewski, „laufen die Leasingverträge für die fünf Dienstfahrzeuge aus. Um einen nahtlosen Übergang zu schaffen, werden nach den Tests die Entscheidungen für neue PKW-Typen getroffen.“ Sein Bereich sei für Elektrofahrzeuge prädestiniert, denn es würden zwar sehr viele Fahrten durchgeführt, aber fast alle über relativ kurze Entfernungen. Elektrofahrzeuge würden die CO2 – und Stickoxid-Bilanz verbessern und die Lärmbelastung verringere sich auch. Eine Voraussetzung für die Anschaffung der Elektrofahrzeuge sei der Aufbau einer entsprechenden Lade-Infrastruktur. Während die Testfahrzeuge am Standort Große-Leege-Straße stationiert sind, soll später ein Umzug in die KFZ-Hallen Alt-Friedrichsfelde 60 erfolgen.

Mehr universelle Ladestationen

Kirsten Schindler, Lichtenbergs Klimaschutzmanagerin, findet die Umstellung auf Elektro-Autos super. „Nachdem wir 2015 ein Mobilitätskonzept für den Bezirk entwickelt haben und im vergangenen Jahr auch speziell für die Lichtenberger Verwaltung, ist das ein folgerichtiger Schritt“, sagte sie. Gerade werde geprüft, welche weiteren Standorte für die Errichtung von Ladestationen geeignet sind. „Wir können uns dem Thema Klimaschutz auch bei den Fahrzeugen der Verwaltung nicht verschließen“, so Kirsten Schindler. Natürlich gelte auch hier das Wirtschaftlichkeitsgebot. Die Anschaffungskosten für E-Fahrzeuge (wenn nicht geleast wird) seien vergleichsweise immer noch hoch. Über die Gesamtlaufzeit rechne es sich aber, Ökostrom sei günstiger als Benzin und Diesel. Außerdem seien die Wartungskosten von Elektrofahrzeugen geringer. „Wir erarbeiten gerade eine Bezirksamtsvorlage für eine mögliche Umstellung auf E-Fahrzeuge“, informierte die Klimaschutzbeauftragte. Dabei werde auch geprüft, welche Fördermöglichkeiten es für die Anschaffung gebe. Das beträfe sowohl PKW als auch Nutzfahrzeuge.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt arbeitet gerade an einem Plan zur Vereinheitlichung der Ladestationen für E-Mobile, sodass sie für jedes Elektrofahrzeug nutzbar sind. Aktuell haben verschiedene Energieversorger noch unterschiedliche Ladestrukturen.

Bürgermeister bald elektrisch unterwegs?

Auch der Leasingvertrag für die große schwarze Limousine mit Verbrennungsmotor des Bezirksbürgermeisters läuft irgendwann aus. Man darf gespannt sein, welche Antriebsart das nachfolgende Fahrzeug haben wird. Auf alle Fälle sei direkt am Rathaus auch eine Ladesäule für Elektroautos vorgesehen, erklärte Kirsten Schindler.

 

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