Freunde der Hauptstadtzoos: Ehrenamtlich für Berlins Tiergärten (2)

Auf den Hund gekommen

16.06.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel (1-3, 5-10), privat (4)

Mehr als 4.000 Mitglieder hat der Förderverein von Tierpark und Zoo. Die Freunde der Hauptstadtzoos sorgen mit bürgerschaftlichem Engagement für die Entwicklung der Berliner Tiergärten. Sie sammeln nicht nur Spenden für die Einrichtungen, mit denen dort neue Projekte verwirklicht werden können, sondern kümmern sich auch um das Schloss Friedrichsfelde im Tierpark Berlin. Die Wissensvermittlung zu Tierschutz- und Umweltthemen und die Betreuung von Besuchern gehört genauso zur Vereinstätigkeit wie der Einsatz für den Artenschutz. In loser Folge berichten Freunde der Hauptstadtzoos und LiMa+ in einer gemeinsamen Artikelserie über die facettenreiche Tätigkeit.
Heute: Gespräch mit  dem Vereinsvorsitzenden Thomas Ziolko zum 6. Hundetag im Tierpark Berlin.

Im Tierpark Berlin gibt es Tausende Tiere, darunter viele exotische Arten. Warum gibt es ausgerechnet dort einen Hundetag? Schließlich kann man Hunde doch jeden Tag in der Stadt sehen.

Der Tierpark Berlin ist einer der wenigen Zoos in Deutschland, in die man Hunde mitnehmen kann. Und das sogar kostenfrei. Er ist übrigens auch eine der wenigen Freizeiteinrichtungen in Berlin überhaupt, in die Hunde mitgebracht werden dürfen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal. Am 24. und 25. Juni wollen wir den Hundebesitzern und ihren Tieren ein schönes Wochenende bereiten.

Sie haben sogar einmal gesagt, dass ein solcher Hundetag deutschlandweit einmalig ist…

Meines Wissens gibt es ähnliches nur in einem kleinen Zoo im Norden. Aber in der Größe, mit den Auslaufflächen, mit über 100 Ausstellern und mit einem abwechslungsreichen Bühnenprogramm ist er einmalig.

Erstmals an zwei Tagen

Der Förderverein veranstaltet den Hundetag inzwischen zum sechsten Mal. In diesem Jahr sind es sogar zwei Tage, an denen der vierbeinige Freund des Menschen im Mittelpunkt steht. Warum? Ist der Andrang zu groß geworden?

Wir haben im vergangenen Jahr über 10.000 Besucher gehabt. Da ist erkennbar gewesen, dass die Nachfrage sehr groß ist. Außerdem ist es für die Aussteller, die nicht nur aus Berlin kommen, sinnvoller, an zwei Tagen präsent zu sein. Eine Bühne wird aufgebaut, eine Show-Arena, das ist schließlich sehr aufwändig.

Wie viele Hunde waren denn bei den 10.000 Besuchern des Vorjahres dabei?

Die wurden bisher nicht erfasst, weil die Hunde ja keine Eintrittskarte brauchen. Wir schätzen, dass jede Familie wohl einen Hund mitgebracht hat, manche auch mehrere. Von etwa 2.000 Hunden ist bestimmt auszugehen. Übrigens hat sich ein Vereinsmitglied mal die Mühe gemacht, die vertretenen Hunderassen zu zählen. Er ist auf 120 gekommen. In diesem Jahr haben wir vor, dass wir an den Eingängen, am Info-Counter, wo die Flyer mit dem Programm verteilt werden, die Hunde mit einem Zähler durchklickern, um eine genauere Übersicht über ihre Anzahl zu bekommen.

Kinder waren lauter

Fühlen sich die Tierpark-Tiere von einem solchen Event denn nicht gestört? Die Hunde bellen ja ab und an und verhalten sich sicherlich nicht immer ganz ruhig vor den Gehegen…

Eigentlich gibt es keine große Beeinträchtigung. Der Ausstellerbereich befindet sich auf Wiesen hinterm Schloss. Dort sind keine Tiergehege. Die Gibbons auf der anderen Seite werden durch Bäume vom Ausstellerbereich abgeschirmt. Wir sprechen alles auch mit der zoologischen Leitung des Tierparks ab, die Fachleute sind in die Planungen eingebunden. Zudem sind die Tierpark-Tiere sowieso an Hunde gewöhnt, weil die Hundebesitzer ja auch an anderen Tagen kommen.

Ein Problem zwischen Hundehaltern und Menschen ohne Hund sind immer wieder liegengelassene Häufchen der Tiere. Wie sind die Erfahrungen beim Hundetag?

Ich bin immer wieder erstaunt über die Disziplin der Besucher und wie toll diese ihre Hunde im Griff haben. Die Halter räumen alles ordentlich weg, sie haben Kotbeutel bei. Wir verteilen aber auch welche. Auch die Geräuschkulisse ist nicht so laut, wie man annehmen könnte. Es wird nicht andauernd gebellt. Eigentlich ist es ruhig. Da fand ich den Kindertag lauter.

Die Hunde sind angeleint?

Ja. Aber wir haben zwei Auslaufflächen, jeweils für kleine und für große Hunde, wo sich die Tiere ohne Leine bewegen können.

Tiere brauchen Beschäftigung

Beim Showprogramm gibt es nicht nur Vorführungen von Rettungs-, Therapie- und Begleithunden, sondern auch Aktivitäten wie Agility und Dog Dancing. Ist letzteres eigentlich artgerecht?

Experten sagen, dass die meisten Hunde in der Stadt keine richtigen Aufgaben mehr haben. Sie sind vor allem Sozialpartner ihrer Halter. Viele Tiere sind aber unterfordert, deshalb gewinnen Beschäftigungen und Aktivitäten wie Agility oder Dog Dancing an Bedeutung. Denn diese regen auch das Gehirn der Tiere an.

Es wird ein buntes Angebot für die Menschen geben – Vereine und Initiativen stellen sich vor, man kann Zubehör für die Tiere erstehen oder sich über den Urlaub mit Hund informieren. Was wird denn den Hunden geboten?

Wir haben die Auslaufflächen, verschiedene Hundeparcours zum Ausprobieren und natürlich unseren großen Swimmingpool mit fünf mal drei Metern. Den haben wir im vergangenen Jahr das erste Mal aufgestellt, weil wir die Erfahrung gemacht hatten, dass viele Hunde zur Abkühlung einfach in den Springbrunnen vorm Schloss gesprungen sind. Der Pool, in dem Hunde ohne Leine schwimmen können, ist super angenommen worden.

Am Sonntag wird der schönste Hund gekürt

Welchen Tag empfehlen Sie denn für einen Besuch, den Sonnabend oder den Sonntag?

Das Programm ist an beiden Tagen nahezu gleich. Am Sonnabend gibt es allerdings einen Fotowettbewerb, wo eine Jury unter mitgebrachten Hundefotos die besten aussucht und prämiiert. Und am Sonntag wird der schönste Hund unter für diesen Wettbewerb angemeldeten 30 Tieren gekürt. Die Preisverleihung durch Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem findet um 14 Uhr statt.

Wie man gehört hat, sind Sie nicht nur Organisator des Hundetags, sondern jetzt auch selbst auf den Hund gekommen…

Ja, seit vergangener Woche haben mein Partner und ich ein kleines Rauhaardackel-Mädchen. Luise ist knapp drei Monate alt.

Kommt sie auch mit zum Hundetag?

Bestimmt. Aber nicht die ganze Zeit. Sie ist ja noch ein Baby

Das Gespräch führte Birgitt Eltzel.

6. Hundetag im Tierpark Berlin: 24. und 25. Juni, 10 bis 17 Uhr. Eintritt Tierpark: Erwachsene 13 Euro, Kinder ab 4 Jahren 6,50 Euro (es gibt aber auch Ermäßigungsmöglichkeiten für Familien), Hund kostenfrei.Weitere Informationen unter:
www.hundetag-tierpark.de
und auf Facebook

 

 

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