Folgen des Rohrbruchs in der Fanniger Straße wirken noch immer

Arbeiten dauern bis Februar an

08.01.2018, Linna Schererz

Fotos: Linna Schererz

Lichtenberg. Seit Ende Dezember kann die Straßenbahn (Linie 21 und 37) wieder die Endhaltestelle Gudrunstraße in Lichtenberg anfahren, der Schienenersatzverkehr zwischen dem Betriebshof Siegfriedstraße und Gudrunstraße ist passé. Doch andere Arbeiten infolge des Rohrbruchs in der Fannigerstraße vom 16. November dauern noch an. Die Straße ist deshalb teilweise Einbahnstraße, auch die angrenzende Hagenstraße ist aufgerissen. Große Haufen Kopfsteinpflaster sind aufgetürmt. Denn die Berliner Wasserbetriebe (BWB) wechseln jetzt 180 Meter Trinkwasserrohre aus. Nach Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage des aus Lichtenberg stammenden Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg (Linke) sollen die Arbeiten bis Februar 2018 andauern und voraussichtlich 180.000 Euro kosten. Den gleichen Zeitrahmen nennen die BWB in Aushängen, die an Haustüren im Nibelungenviertel angebracht wurden.

Sogar ein Auto wurde verschluckt

Es war einer der folgenschwersten Rohrbrüche in der Hauptstadt im vergangenen Jahr. Beim Schaden an einer Trinkwasserhauptleitung aus Grauguss (Innendurchmesser 45 Zentimeter) aus dem Jahr 1938 wurden nicht nur Straßen- und Gehwegplatten nach oben gedrückt, sogar ein Auto wurde von der unterspülten Straße verschluckt. Mehrere Straßen wurden überflutet, Tramgleise unterspült.

Mangelnde Belastbarkeit

Laut Staatssekretär Henner Bunde lag der Rohrbruch voraussichtlich an der mangelnden Belastbarkeit des schadhaften Rohrs (wird von der Bundesanstalt für Materialforschung untersucht) und der Verkehrslast. Da die Straßenbefestigung in dem Bereich des Rohrschadens aus Großsteinpflaster besteht, werden bei größerer Verkehrsbelastung Schwingungen ins Erdreich und damit auch auf die Rohrleitung übertragen. Die letzte Kontrolle der Leitung erfolgte am 23. Januar 2017 – also nur knapp elf Monate vor dem Schaden. Um künftig gleichartige Schäden an dieser Leitung auszuschließen, werden die Graugussrohre in dem Bereich durch 180 Meter bruchsicheres Material (duktiles Gussrohr) in zwei Bauabschnitten durch die BWB ersetzt.

Bereits mehrere folgenschwere Überflutungen

Der Rohrbruch an der Fannigerstraße war jedoch nicht der erste folgenschwere in Lichtenberg. Bereits im Juni 2017 war auf der Landsberger Allee zwischen Siegfried und Vulkanstraße eine Abwasserleitung geplatzt. Die Folge: Wochenlang gab es eine Vollsperrung des Abschnittes der vielbefahrenen Straße stadtauswärts. Kurz vor Jahresende 2013 hatte sogar ein Rohrbruch einer 80 Zentimeter dicken Druckwasserleitung zwischen Gensinger Straße und Rhinstraße die gesamte Bundesstraße 1/5, eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt, lahmgelegt.

Pro Jahr für rund 39 Millionen Euro Investitionen

Schon im Juni 2017 hatte Schlüsselburg gemeinsam mit seiner Kollegin Katalin Gennburg (ebenfalls Linke) eine Schriftliche Anfrage zum Zustand des Wasserleitungssystems in Lichtenberg und Berlin an den Senat gestellt. In der Antwort von Staatssekretär Bunde heißt es u.a. zu ganz Berlin: „Die Schadensraten im Trinkwasser-Rohrnetz sowie im Kanal- und Abwasserdruckleistungsnetz liegen jeweils deutlich unter den Richtwerten für die Branche.“ Es bestünden derzeit keine Anhaltspunkte dafür, dass die BWB ihrer Aufgabe, die Ver- und Entsorgungssicherheit im Land Berlin zu gewährleisten, nicht nachkommen. Allein im Jahr 2016 erfolgten für rund 36 Millionen Euro Investitionen bzw. Sanierungen im Leitungsnetz. Davon entfielen 5,2 Millionen Euro auf Lichtenberg. Im selben Jahr gab es in Berlin insgesamt 641 Rohrbrüche mit Kosten von insgesamt 6,04 Millionen Euro. Die meisten Rohrbrüche waren in Pankow (82) und Charlottenburg-Wilmersdorf (73) zu verzeichnen. Mit 64 belegte Lichtenberg einen Mittelplatz. Die wenigsten Rohrschäden an Haupt- und Versorgungsleitungen gab es mit 29 in Reinickendorf. Bis 2022 sollen jetzt jährlich rund 39 Millionen Euro in das Berliner Trinkwasser-Rohrnetz investiert werden.

 

 

 

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