Rinderweide in der Weiherkette – aber nur auf vier Flächen

Alle Wege bleiben weiter zugänglich

12.12.2017, Klaus Tessmann

Fotos: Birgitt Eltzel (1), Klaus Tessmann (2-5)

Hellersdorf. Im nächsten Jahr werden die ersten Flächen in der Hönower Weiherkette mit Weidezäunen umgeben. Auf vier Wiesen sollen dann dort Schottische Hochlandrinder weiden. Das ist das Ergebnis von Werkstattgesprächen zum Umgang mit der Landschaft im Hellersdorfer Norden. Schlugen noch vor einem Jahr, als erstmals über diese Planungen gesprochen wurde, die Wogen der Entrüstung hoch (wir berichteten), hat sich die Aufregung inzwischen gelegt. Zur Abschlussveranstaltung der Werkstattgespräche am 4. Dezember im „Haus am Beerenpfuhl“ waren wohl auch deshalb kaum Anwohner gekommen, sondern hauptsächlich Mitglieder von Vereinen, Naturschutzorganisationen und Mitarbeiter des Bezirksamts.

Wege werden nicht gesperrt

Seit einem Jahr haben sich die Landschaftsarchitekten vom Büro Fugmann, Janotta und Partner mit der Hönower Weiherkette beschäftigt. Die Ergebnisse der drei Werkstattrunden arbeiteten sie in ihre aktuellen Planungen ein. Das wohl Wichtigste: Es werden, anders als noch vor einem Jahr vorgesehen, keine Wege gesperrt. Der Rundweg bleibt ebenso erhalten sowie der Hönower Wanderweg. Nur zwei Trampelpfade liegen innerhalb der vorgesehenen Weideflächen. Diese fallen künftig weg. Auch Aussichtpunkte und Spielflächen für die Kinder sind bei der Umgestaltung des Geländes vorgesehen. Von zwei Hochständen sollen Besucher einen besseren Überblick auf die Pfuhle und Teiche bekommen können. Ein Naturlehrpfad ist ebenfalls geplant. Dieser war vor allem eine Forderung der Bücherwurmgrundschule.

Die erste Fläche, die mit einem Weidezaun umgeben werden soll, befindet sich östlich, am U-Bahnhof Hönow (Fläche 4 auf der Karte in der Fotogalerie). Rund um den Bogensee und dem Weidenpfuhl sollen im nächsten Frühjahr schon die Rinder weiden. Entlang der Mahlsdorfer Straße bis hoch zur Berliner Straße wird die Wiesenfläche mit einem Weidezaun versehen.

Keine schnellen Resutate

Beate Kitzmann von der Naturschutzstation Malchow sagt, dass schon an anderen Stellen im Bezirk gute Erfahrungen mit den Tieren, die auch als Landschaftspfleger wirken, gesammelt wurden. Viele Spaziergänger freuten sich an den imposanten Rindern. „Wir brauchen das soziale Engagement der Einwohner, die auch Informationen weiter geben, wenn irgendwo Schäden festgestellt werden.“ Kitzmann warnt allerdings davor, schnelle Resultate bei der Pflege zu erwarten. „Eine Kombination von Ziegen, Schafen und Rindern ist günstig, um Wiesen und Gehölze abzuweiden. Um sichtbare Effekte zu erzielen, werden zehn Jahre und mehr vergehen.“

BSR hilft Gelände rein zu halten

Das Grünflächenamt hat inzwischen ebenfalls mehr für die Landschaftspflege getan. Im August wurden die Wiesenflächen gemäht und Bäume und Sträucher beschnitten. Umweltstadtrat Johannes Martin (CDU) verweist darauf, dass auch Informationstafeln vorgesehen sind. Für die Spaziergänger wurden bereits neue Parkbänke aufgestellt, weitere sollen dazukommen. Laut Martin wird die Berliner Stadtreinigung künftig regelmäßig Müll beseitigen. Ein entsprechendes Pilotprojekt mit der BSR soll im kommenden Jahr starten. Wenn die Flächen regelmäßig sauber gehalten werden, werde das hoffentlich auch Auswirkungen auf jene haben, die bisher widerrechtlich Müll und Unrat in der Weiherkette entsorgten, sagt der Stadtrat.

Mehr Wasser für die Weiher

Frank Uelze hat als ehrenamtlicher Naturschutzhelfer viele Jahre lang die Situation an den Weihern beobachtet, die zu verlanden drohen. „Vor zehn Jahren stand der Wasserspiegel noch einen Meter höher als heute“, erklärt er. In diesem Jahr sei es durch den vielen Regen zwar wieder etwas besser geworden. Dennoch sind etliche Teiche und Pfuhle inzwischen Sümpfe geworden. Es müssten deshalb weitere Überlegungen angestellt werden, wie mehr Wasser in die Weiher kommt. Eine Idee wurde bereits mit den Wasserbetrieben diskutiert: Regenwasser von den Dächern und aus dem Regenwasserkanal könnte eingeleitet werden. „Wir werden anfangen, die geplanten Maßnamen umzusetzen“, sagte Stadtrat Martin. „Wir werden aber nicht alles von heute auf morgen machen können, dazu fehlt das Geld.“

 

 

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