Kunstfestival für alle entlang der Marzahner Promenade

„Acht Tage Marzahn“

30.06.2017, Volkmar Eltzel

Fotos: Marcel Weimar (1), Tom Singier (2), Ingo Mittelstaedt (3), Stefan Kirste (4), Eric Winkler (5), Hans Friedrich (6), Nicole Mühlberg (7), Volkmar Eltzel (8-11,13), Ulrich Gatz (12), Karoline Köber (14)

Marzahn. Ein bisher einmaliges Kunst- und Kulturerlebnis startet am Sonnabend, 1. Juli, um 16 Uhr auf dem Victor- Klemperer-Platz: „Acht Tage Marzahn“. 24 Künstlerinnen und Künstler verwandeln die Marzahner Promenade und die nähere Umgebung  acht Tage lang mit einer mehrteiligen Ausstellung und mit insgesamt 30 Einzelevents zu einer Kunstmeile. An zehn Locations bietet das Kunstfestival auf dem „Artwalk“ eine überraschende und spannende Ausstellung von Fotografien, Sound- und Videoarbeiten, Malerei, Objekten sowie Installationen.

Lange Zeit nicht da gewesen

Die Initiatoren Karoline Köber, Nicole Mühlberg, Bernt Barkow, Isabell Wiesner und Stefan Kirste, alle Mitte zwanzig bis Anfang dreißig, sind in Marzahn geboren und aufgewachsen. Doch dann verließen sie ihr Nest, studierten Kunst, Geschichte, Kommunikation, Marketing, Theaterwissenschaften und Politik. Sie machten Karriere in Unternehmen und als Freiberufler. Der Kunst blieben sie immer treu.

„Wir waren lange nicht in Marzahn“, sagt Karoline Köber, die heute im Bereich Kommunikation, Marketing und Veranstaltungsorganisation arbeitet. „Aber wir wollten immer zurückkommen, wollten uns künstlerisch mit unserer Kinderstube auseinandersetzen, ohne den Bezirk in ein rosa Tuch zu hüllen“, sagt die Kulturmanagerin. Die Macher sind gut vernetzt. Schnell fanden sich im großen Bekanntenkreis Verbündete, viele davon ebenfalls aus Marzahn, die ihre kreative Teilnahme an dem Vorhaben zusagten. Das Kunstfestival entstand in Zusammenarbeit mit dem Bereich Standortmarketing, der Leitstelle für Wirtschaftsförderung beim Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf. Oleg Peters, Chef der Leitstelle, ist beeindruckt von der Professionalität, mit der die Protagonisten zugleich auch ganz unkonventionell an die Planung herangingen. „Die sagten, sie holen die Kunstszene aus der Innenstadt nach Marzahn und ich hab das sichere Gefühl, das bekommen sie auch wirklich hin“, so Peters. Nach fast anderthalb Jahren Ideenentwicklung, Organisation und Vorbereitung ist es nun soweit.

Trailer, der im Vorprogramm von Open-Air Kinos läuft:


(ACHT TAGE MARZAHN Kunstfestival – Trailer from TarekEins on Vimeo.)

Container aus Übersee mit Baldachin

Auf dem Platz vor dem Freizeitforum Marzahn stehen seit Mittwoch drei große Übersee-Container. „Zwei davon machen wir gerade fit für Ausstellungen, einen gestalten wir zum ‚Infotainer‘ um“, erläutert Karoline Köber. Die Container werden mit unzähligen gespannten weißen Nylon-Schnüren, einem Baldachin gleich, mit umgebenden Objekten und untereinander verbunden (siehe Entwurfsfoto) – eine Rauminstallation konzipiert von der Architektengruppe Cantas, Langmaack & Weimar. Dort finden Verni- und Finissagen sowie Künstlergespräche statt, starten die geführten Fahrradtouren durch den Bezirk und man kann Festival-Plakate, gestaltete Beutel und Bücher erwerben.

Konzert auf elf Etagen im Hochhaus

Gleich mehrere Ausstellungen gibt es aber auch entlang der Marzahner Promenade (MP), zum Beispiel in der gemütlichen Kneipe Lucky Inn, MP 45. Hier wird am Eröffnungstag die vermeintlich größte Bierdeckelsammlung Marzahns gezeigt. Weitere Expositionen gibt es auf dem Vorplatz sowie in den Parterre-Räumen MP 31C, 37 und 41. Highlights werden sicher die beiden Hochhauskonzerte, Franz-Stenzer-Straße 47, von und mit der „Band Marzahn“, die sich eigens dafür gegründet hat. Die Bandmitglieder Eric Boden, Franziska Pester und Bastian Meyer zogen für acht Wochen in „ihr“ Haus ein, sprachen mit den Bewohnern und sammelten deren Geschichten. Daraus texteten und komponierten sie ihre Songs, die am Sonntag, 2. Juli, von 15-16 Uhr und am Freitag, 7. Juli von 19 bis 20 Uhr aufgeführt werden. Elf Stockwerke, elf Songs. Authentizität ist garantiert, zumal Franziska genau in diesem Hochhaus von 1990 bis 2003 aufwuchs. Leider ist die Teilnahme auf maximal 15 Personen je Konzert begrenzt und man muss sich vorher per E-Mail unter anmeldung@acht-tage-marzahn.de anmelden. Wer zu spät dran ist mit der Anmeldung, der kann die Band aber auch während der Eröffnung und am Sonnabend, 8. Juli, auf dem Victor-Klemperer-Platz erleben. Dazu gibt es eine echte Vinyl-Platte zur Platte (Band Marzahn auf Facebook), die nur bei „Acht Tage Marzahn“ erhältlich ist. Achtung! Die Sonderedition umfasst nur 30 Exemplare und ist also eine echte Rarität.

Skywalk-Führungen und Performance auf dem Eastgate

Was es mit den Interventionen entlang der Promenade und Performances im Fuchsbaustadion, Franz-Stenzer-Straße 45 sowie auf dem Eastgate Parkdeck C (ganz oben) auf sich hat – lassen Sie sich überraschen und darauf ein. Alle, die Marzahn-Hellersdorf von oben erleben möchten und hungrig nach Insider-Informationen sind, sollten die Skywalk-Führungen von Oleg Peters auf dem Hochhaus Roul-Wallenberg-Straße 42 mitmachen. Er kennt den Bezirk wie seine Westentasche.

Ebenfalls sehr empfehlenswert: die Performance „Feinkost“ von und mit Lukas Julius Keijsers, MP 31C. Goldbroiler, Ananas, Rotkäppchen-Sekt und Softeis auf Recyclingmaterial gedruckt – verblüffend echt. Nicht zu vergessen das Open Air Kino auf dem Vorplatz, MP 40. Gezeigt wird u.a. der Film über das Erwachsenwerden der Berlinerin Luca: „Luca tanzt leise“ (DE, 2016).

Das macht Lust zum Hingehen und Staunen! Alle Termine und Locations finden Sie auch unter folgenden Links. Viel Spaß!

www.acht-tage-marzahn.de
Programm
Das Team
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Das Kunstfestival wird gefördert aus Mitteln des Bundes und Landes Berlin im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe (GRW) „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, durch den Bezirkskulturfonds des Fachbereichs Kultur von Marzahn-Hellersdorf, durch das Städtebauförderprogramm Aktive Zentren, durch die degewo sowie das Social Business Quartiermeister. ACHT TAGE MARZAHN ist ein Projekt von Dreitausend e.V. und kkb e.V.

 

 

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