Kunst in Lichtenberg: Die 10. Lange Nacht der Bilder (2)

500 Quadratmeter für Kreative

19.08.2017, Birgitt Eltzel

Fotos: Birgitt Eltzel

Lichtenberg. Zum 10. Mal findet in Lichtenberg die „Lange Nacht der Bilder“ statt. Am 15. September können Besucher von 18 bis 24 Uhr an 35 verschiedenen Orten kostenlos die künstlerische Vielfalt des Bezirks erleben. Lichtenberg wird in der Kunstszene immer beliebter, immer häufiger zieht der Bezirk Künstler vieler Genres an. Präsentiert wird die Lange Nacht von der Wohnungsbaugesellschaft Howoge als Hauptsponsor, LichtenbergMarzahnPlus und das Bezirks-Journal sind Medienpartner. Bis zum 15. September stellen wir in einer Serie verschiedene Kunstorte und Kreative vor.
Heute: 360 Grad – Raum für Kreativität.

Wo einst Bänker arbeiteten

Neu-Hohenschönhausen. Eine Frau mit zwei Jungen im Grundschulalter tritt etwas zögernd durch die Eingangstür. Sie wolle nur mal fragen, sagt sie, ob ihre Enkelkinder vielleicht auch einmal hierher kommen könnten. Schließlich malten und bastelten sie sehr gern und bei dem wechselhaften Sommer hätte sie gern Alternativen für die Feriengestaltung, falls es mal wieder stundenlang regnet. Mit „hierher“ meint sie die frühere Bankfiliale am Prerower Platz 10. Seit April dieses Jahres sind die rund 500 Quadratmeter in der Ladenpassage gegenüber dem Lindenzentrum ein neuer Kunstort im Bezirk Lichtenberg – der „360 Grad – Raum für Kreativität“. Angeregt von Mathias Roloff, einem aus Lichtenberg stammenden jungen Maler, wurde ein großzügiger Aktionsraum geschaffen, der Platz für die kreative Verwirklichung lässt. Kunstaktionen finden dort statt, Workshops und Ausstellungen, aber auch Veranstaltungen wie Lesungen und Puppenspiel. Natürlich seien die Kinder willkommen, sagt Daniel Rückert (55), einer der beiden Leiter der Einrichtung. „Vielleicht habt Ihr ja Lust, mal Papier selbst zu gestalten?“, fragt er sie. Jeden Donnerstag von 17 bis 19 Uhr gibt es einen entsprechenden Kurs. Der sei zwar für Erwachsene, aber die Jungs könnten ja vielleicht einmal zugucken. Oder aber am Mittwochmorgen kommen, wo mit Textilien gearbeitet werde. Die Jungs können sich nicht so richtig entscheiden, die Oma nimmt erst einmal einen Flyer mit. „Wir kommen bestimmt wieder“, sagt sie.

Gefördert durch den Integrationsfonds

Der „360 Grad“ steht Besucherinnen und Besuchern aller Altersgruppen, egal welcher Herkunft und Religion, zur Verfügung. Er ist eine Einrichtung des Albatros e.V., in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kulturamt Lichtenberg und dem Verein Klinke 94. Gefördert wird das Projekt aus dem bezirklichen Integrationsfonds. Daniel Rückert, der das Haus gemeinsam mit Berit Petzsch leitet, sieht den Titel programmatisch: „360 Grad, das heißt ein Rundumschlag – alles Kreative ist möglich“, sagt er. Gerade wird in den hellen, lichten Räumen eine Ausstellung der Malerin Antja Püpke gezeigt, die ihr Atelier in Marzahn-Hellersdorf hat. Die Künstlerin stellt aber nicht nur aus, sondern bringt auch Anfängern und Fortgeschrittenen neue Techniken und die Nutzung verschiedener Materialien in einem Mal- und Zeichenkurs bei, am 9. Oktober führt sie einen kostenlosen Workshop „Illustration für Kinder“ durch.

Puppe im Kimono

In einem kleinen Nebenraum liegen Teile einer Schaufensterpuppe. Die hat Rückert, der mal Kameraassistent bei der DEFA war und Ausstellungsgestalter, ausgebildeter Fotograf und Sozialarbeiter ist, mitgebracht. „Natürlich wird die Figur noch zusammengesetzt“, sagt er. Zur langen Bildernacht wird sie einen Kimono tragen, die Diplomarbeit einer jungen Modegestalterin. Dass der Auftakt der Lichtenberger „Langen Nacht der Bilder“ im neuen Hohenschönhauser Kreativraum stattfindet, macht Rückert Mut: „Das wird Anstöße für die weitere Entwicklung hier geben“, sagt er.

Auftaktveranstaltung mit Aktionen und Musik

Bereits um 17 Uhr beginnt am 15. September das Rahmenprogramm am Prerower Platz 10. Nach den offiziellen Ansprachen (Bürgermeister Michael Grunst, Staatssekretär Daniel Tietze und Howoge-Chefin Stefanie Frensch) um 18 Uhr gibt es Musik, aber auch Actionpainting, Kinderbasteln und auch ein kleines Speisen- und Getränkeangebot (Halabi Streetfood). Der Initiator des Kreativraums, Mathias Roloff, ist an einer Gruppenausstellung dort mit dem Titel „Konglomerat“ beteiligt. Der Eintritt ist, wie bei allen an der Langen Nacht teilnehmenden Einrichtungen, frei.

Weitere Infos hier…

 

Diesen Artikel empfehlen

Facebook Share Twitter Share

Leserkommentare

Ihr Kommentar zum Thema

Bitte melden Sie sich an.



absenden