Inklusionspreis für AMITOLA und CAP

04.12.2017, Pia Szecki

Foto: Bezirksamt Lichtenberg

Lichtenberg. Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) hat anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung den dritten Lichtenberger Inklusionspreis verliehen. Die Entscheidung fiel der Jury nicht leicht, deswegen wurden zwei Arbeitgeber für hervorragende Inklusion in den ersten Arbeitsmarkt ausgezeichnet. Die Arbeitgeber AMITOLA und die drei Lichtenberger CAP-Märkte freuten sich sehr über den Preis. Eine Normierungsurkunde erhielten außerdem das Jobcenter Berlin-Lichtenberg für das Team 743 der Schwerbehindertenvermittlung und das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG/ Verbund Darßer Straße.

„Über 300.000 Menschen mit Behinderungen arbeiten in Werkstätten für behinderte Menschen außerhalb des allgemeinen Arbeitsmarktes. Der Zugang von Menschen mit Behinderungen muss dorthin erleichtert werden. Die Verpflichtung der Unternehmen, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen, muss konsequenter umgesetzt werden. Wir freuen uns, dass einige Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit guten Beispiel vorangehen, indem sie Menschen mit Behinderung sozialversicherungspflichtig beschäftigen“, erklärte Michael Grunst.

AMITOLA heißt übersetzt „Regenbogen“. Der Name ist beim Inklusions- und Ausbildungsbetrieb Programm. Alles fing im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an. Ines Pavlou (im Foto in der Mitte) eröffnete 2007 das erste Geschäft. Später kam noch ein Familiencafé dazu. Das Konzept ging auf, deswegen eröffnete sie im September 2015 einen zweiten Laden in der Treskowallee 86 in Karlshorst. Normalerweise gibt es erst ab einer Betriebsgröße von 20 Mitarbeitern die Verpflichtung, fünf Prozent Menschen mit einer Behinderung zu beschäftigen. Insgesamt werden aber in den beiden Filialen aktuell 11 Mitarbeiter mit Behinderung beschäftigt, davon vier Auszubildende mit Lernschwäche oder einer anderen Behinderung. Damit die Zusammenarbeit mit den behinderten Kolleginnen und Kollegen noch besser gelingt, hat eine Mitarbeiterin 2014 eine 320-stündige sonderpädagogische Zusatzqualifikation absolviert.

In Berlin gibt es drei „CAP- Der Lebensmittelpunkt“-Märkte, die sich alle in Lichtenberg befinden. Die nobis gGmbH betreibt die drei Lebensmittelmärkte als Franchisenehmer. Für viele Kunden ist der Supermarkt der einzig erreichbare Markt in Laufnähe. Gerade für Senioren ist dies wichtig. Zudem zeichnen sich die Filialen durch breite Gänge und ein klar strukturiertes Sortiment aus. 68 Prozent der Ladenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter haben eine Behinderung. Sie bekommen eine unbefristete Anstellung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Die Beeinträchtigung spielt bei der Einstellung nur eine Nebenrolle, man schaut eher auf die Stärken und schnitzt dementsprechend den Arbeitsplatz. Marion Welz, Geschäftsführerin der nobis gGmbH, nahm stellvertretend für die CAP-Märkte den Preis entgegen.

Ein weiteres Highlight war die Vergabe des Kiez-Atlas in Leichter Sprache mit den Lieblingsorten in Lichtenberg. Die Broschüren liegen in öffentlichen Einrichtungen und bei den Projektpartnern aus. Finanziert hat das Projekt die „Aktion Mensch“. Der Kiez-Atlas für alle mit den Lieblingsorten in Lichtenberg ist bereits der zweite Band in dieser Reihe. Im Jahr 2015 wurde der erste Kiez-Atlas für alle mit den Lieblingsorten in Hohenschönhausen veröffentlicht.

 

 

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