Kritik an Betriebsschließung

02.03.2016, Pia Szecki

Hohenschönhausen. Die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH plant u.a. weitere Veränderungen in der Produktion und Logistik. So ist beabsichtigt, die Getränkeherstellung in Hohenschönhausen zum 1. Juli 2016 einzustellen. Ziel der Maßnahmen ist – wie das Unternehmen mitteilt – „das Netzwerk von derzeit 20 Produktionsstandorten in Deutschland besser auszulasten. Um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, sollen die größeren Coca-Cola Standorte mit mehr Produktionslinien die Getränkeherstellung übernehmen.“ Die Logistik am Standort Hohenschönhausen soll bestehen bleiben. Von dort soll künftig ein Großteil der Distribution für den Großraum Berlin und Brandenburg erfolgen.

Kritik an der Schließung des seit 1993 bestehenden Produktionsstandortes kam unterdessen von der Linken. Evrim Sommer, die direkt gewählte Abgeordnete im Abgeordnetenhaus für den Wahlkreis 1 in Hohenschönhausen und Mitglied des Wirtschaftsausschusses des Abgeordnetenhauses, erklärte: „Wir bedauern außerordentlich die Entscheidung der Geschäftsführung von Coca-Cola den Produktionsstandort in Hohenschönhausen zu schließen. Coca-Cola ist gerade in diesem Gebiet einer der wichtigsten, aber auch einer der wenigen Arbeitgeber. Die Schließung des Produktionsstandortes bzw. dessen Reduzierung auf einen Logistikstandort kostet wichtige und notwendige Arbeitsplätze und ist nicht etwa durch mangelnde Qualität oder veraltete Produktionsmethoden bestimmt. Im Gegenteil ist in den letzten Jahren viel investiert worden, um eine moderne Produktion zu etablieren. Wir fordern den Coca-Cola Konzern auf, diese Entscheidung zu überdenken, und wir versichern den Beschäftigten unsere uneingeschränkte Solidarität. Darüber hinaus solidarisieren wir uns mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten und unterstützen sie in ihrer Forderung, die Standorte nicht kampflos aufzugeben.“

Ähnlich sieht das auch die CDU im Bezirk. „Für die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes in Hohenschönhausen ist das ein herber Schlag. Ich erwarte jetzt von Coca-Cola, dass die Umstrukturierung sozialverträglich gestaltet wird und frei gewordene Kapazitäten am Standort anderweitig genutzt werden“, kommentierte der Bundestagsabgeordnete und Lichtenberger CDU-Kreisvorsitzende, Dr. Martin Pätzold, die Entscheidung des Getränkekonzerns. Besonders hart treffe es 140 Mitarbeiter, denen nun gekündigt werden soll. Nur 75 Mitarbeiter sollen am Standort als Logistiker übernommen werden sowie weitere 32 Beschäftigte in der Verwaltung. Hierzu erklärt der Landesabgeordnete und Ortsvorsitzender der CDU Hohenschönhausen, Danny Freymark: „Die betroffenen Mitarbeiter wissen die CDU und mich an ihrer Seite. Es ist gut, dass die Gewerkschaft NGG und die Coca-Cola-Betriebsräte angekündigt haben, die Standorte nicht kampflos aufgeben zu wollen.“

 

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